
Nach der Wiedervereinigung standen die Ost-Ampelmännchen fast vor dem Aus. Doch es kam anders. Das Buch Ampelmann, herausgegeben vom Ampelmann Design-Büro in Berlin, beschreibt den Weg vom Verkehrszeichen zur Kultfigur. In der vergangenen Woche wurde es im Flagship Store des Unternehmens vorgestellt.
Der Store befindet sich Unter den Linden/Ecke Friedrichsstraße in Berlin, genau dort, wo 1969 die ersten Ampeln mit den mittlerweile weltberühmten Ampelmännchen in Betrieb gingen. Erfunden hat sie der inzwischen verstorbene Verkehrspsychologe Karl Peglau. Seine Witwe Hildegard Peglau war bei der Buchpräsentation dabei.
Designer Markus Heckhausen, der Gründer der Ampelmann GmbH, gilt als Retter der Ampelmännchen. Er erzählte wie er sich nach der Wiedervereinigung ärgerte, dass die ostdeutsche Figur abgeschafft werden sollte. Als immer mehr Ampeln abgebaut wurden, sicherte er sich die Ampelgläser und entwarf sein erstes Produkt: die Ampelleuchte, lieferbar in Rot und in Grün. Inzwischen sind die Ampelmännchen als Marke etabliert. Ob Handtuch, T-Shirt oder Korkenzieher, zurzeit gibt es etwa 600 verschiedene Produkte.
Und auch den Verkehr regeln die Ampelmännchen immer noch, seit 2005 auch im Westteil der Stadt. Und da ihre spannende Geschichte eng verbunden ist mit der Teilung Deutschlands, dem Fall der Mauer und dem Prozess der Wiedervereinigung erzählt das schön gestaltete Buch auch die deutsche Geschichte in Fotos und Illustrationen sowie in Texten der Berliner Autorin Claudia Kühn.