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Heinold fragte im August nach: Rowohlt

Vater der beiden Rowohlt-Brüder war der Verlagsbuchhändler Ernst Hermann Heinrich Rowohlt (1887 – 1960), der Gründer der Rowohlt Verlage.

Der ältere Bruder wurde 1908 als Heinrich Maria (Heinz) Ledig, Sohn der Schauspielerin Maria Ledig und von Ernst Rowohlt geboren. Buchhändlerisch wurde er in Berlin, Köln und London ausgebildet. In den väterlichen Verlag trat er bereits 1931 zumächst als Leiter der Presseabteilung ein. Im November 1945 erhielt er nach Rückkehr aus dem Kriege in Stuttgart die amerikanische Lizenz zur Wiedereröffnung des Verlages, der – vorübergehend Tochter der DVA – 1943 von der NS-Regierung geschlossen worden war. Sein Vater erhielt 1946 die britische Lizenz zur Eröffnung seines Verlages in Hamburg. Die Verlage wurden 1950 in Hamburg vereinigt und von Vater und Sohn gemeinsam geführt. Die Pionier-Idee, Bücher im Rotationsdruck auf Zeitungspapier zu herauszubringen, kam von Ledig-Rowohlt, ebenso die der Eröffnung einer Taschenbuchreihe 1950.

Ledig hat so geniale Buchtitel geschaffen wie „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ in Anlehnung an ein vom Autor Eric Malpass zitiertes Gedicht von Robert G.Browning. Bei einem weiteren Malpass-Titel ließ er sich von Shakespeare inspirieren: „Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft“.

In seinem Verlag richtete er ein eigenes Übersetzungsbüro ein. Dort arbeitete er engagiert mit, um übersetzten Verlagswerken den letzten Schliff zu geben.

Die nach seinem Tode 1992 errichtete Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung verleiht alljährlich drei Übersetzer-Preise: den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, den Jane Scachterd-Preis und den Paul Scheerbart-Preis.

Harry Rowohlt (1945- 2015) wurde als Harry Rupp geboren. Zur Zeit seiner Geburt war seine Mutter Maria Pierenkämper mit dem Maler Max Rupp verheiratet, ehelichte aber 1957 Harrys Vater Ernst Rowohlt. Nach dem Abitur am Walddörfer-Gymnasium in Hamburg absolvierte er bei Suhrkamp eine Lehre als Verlagsbuchhändler.

Harry Rowohlts Leben und Wirken ist nach seinem Tod im Juni 2015 in zahlreichen Nachrufen gewürdigt worden. Er war Schriftsteller, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler in einem. Populär wurde er durch seine Neuübersetzung von Alan Alexander Milnes „Pu der Bär“ (Winnie-the-Pooh) und seine ZEIT-Kolumne „Pooh’s Corner“, durch seine vier- bis sechsstündigen exzessiven Solo-Bühnenauftritte mit Lesungen, in denen er unentwegt vom gelesenen Text abschweifte, durch seine Rolle als Penner „Harry“ in der Fernsehserie „Lindenstraße“ und durch seine Berufung zum „Ambassador of Irish Whiskey“.

Mit dem Fraktionschef der „Linken“ im Bundestag Gregor Gysi hat er 2009 unter dem Titel „Marx & Engels intim“ aus dem Briefwechsel der beiden Klassiker des Marxismus gelesen.

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