
Der Richard Boorberg Verlag wurde von dem 1899 in Stuttgart geborenen Richard Boorberg gegründet, der seit 1922 als Beamter des gehobenen Dienstes im württembergischen Innenministerium tätig war und sich 1926 wegen der Verlagsgründung beurlauben ließ, um 1927 auf eigenen Antrag ganz aus dem Staatsdienst auszuscheiden. Erste Verlagswerke waren eine Besoldungstabelle und ein Wegweiser durch die württembergische Gesetzgebung.
Heute deckt das Verlagsprogramm weitgehend alle Rechtsgebiete ab; es werden rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Der zu den deutschen 100 Größten gehörende Verlag wird nach wie vor als konzernunabhängiges Familienunternehmen geführt.
Der Schwiegersohn des Gründers und geschäftsführende Gesellschafter Dr. Berndt Oesterhelt übernahm im Jahr 1969 die 1963 gegründete, zunächst im Eigenverlag des Gründers, dann im Aachener Georgi Verlag erschienene Zeitschrift text + kritik in den Verlag und entwickelte daraus die edition text + kritik. Sie wurde ab 1975 als eigenständige GmbH geführt und ist heute ein Imprint des in Stuttgart und München ansässigen Boorberg Verlages.
Spiritus rector der Zeitschrift und der edition war von Anfang an bis zu seinem Tode 1911 der Göttinger Germanist Heinz Ludwig Arnold (* 1940). Der umtriebige Wissenschaftler hat eine umfangreiche schriftstellerische und herausgeberische Tätigkeit entfaltet sowie ausführliche Gespräche mit wichtigen Autoren geführt und veröffentlicht.
Einige Marksteine aus der Geschichte der edition text + kritik:
• 1972: Begründung der Reihe Bargfelder Bote zum Werk Arno Schmidts
• 1977: Begründung der Reihe Musik-Konzepte
• 1978: Grundlieferung des Loseblattwerkes Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG)
• 1979: Begründung der Reihe Frühe Texte der Moderne
• 1983: Grundlieferung des Loseblattwerkes Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur (KlfG) und erstmaliges Erscheinen des Jahrbuchs der Exilforschung
• 1984: Grundlieferung des Loseblattwerkes CineGraph
• 1988: Begründung der Reihen Dialektische Studien und Frankfurter Adorno Blätter
• 1989: Begründung der Reihe CineGraph Buch
• 1991: Begründung der Reihe Schreiben andernorts
• 1992: Grundlieferung des Loseblattwerkes Komponisten der Gegenwart (KDG)
• 1994: Begründung der Reihe FILMtext
• 1999: Das KLG erscheint als erstes Nachschlagewerk auf CD-ROM
• 2000: Übernahme der Reihe Filmexil
• 2001: Das KLG geht online (www.nachschlage.net)
• 2005: Begründung der Reihe FILM & SCHRIFT
• 2006: Begründung der Reihe Film-Konzepte
• 2008: Grundlieferung des Loseblattwerkes Lexikon der Illustration im deutschsprachigen Raum seit 1945 (LdI), Übernahme der Reihe Hugo-Ball-Almanach und Begründung der Reihe Projektionen – Studien zu Natur, Kultur und Film
• 2011: Begründung der Reihe NeoAvantgarden
• 2014: Sonderveröffentlichungen zum 100. Geburtstag von Arno Schmidt
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