book2look heißt die Leseproben-Software, die die gleichnamige Firma in Deutschland über den Vertriebspartner Harenberg Kommunikation anbietet. Verlage liefern damit interaktive Leseproben ihrer Titel an Online-Buchhändler, Blogger oder andere Websites, auf denen Bücher vorgestellt werden. Die so genannten „Biblets“ liefern dabei nicht nur die vom Verlag definierten Auszüge, Hörproben oder Videoclips zum Buch, sondern verknüpfen Online-Rezensionen, fördern die Verbreitung von Buchempfehlungen in Sozialen Netzen und persönlichen eMails.
Ralph Möllers ist mit seinem indischen Partner Hitesh Jain, Mumbai, Gründer und Geschäftsführer der international operierenden book2look GmbH. BuchMarkt hat ihn zu den neuen Entwicklungen befragt.

BuchMarkt: Eine ganze Zeit war es relativ still um book2look, jetzt sorgen Sie wieder für einige Aufmerksamkeit. Was ist los?
Möllers: Der Schwerpunkt unserer Arbeit war im vergangenen Jahr eher die Internationalisierung. Wir haben mit unserem Partner Nielsen Book Data einen tollen Start in UK, USA, Australien und Neuseeland hingelegt. Eine große Verlagsgruppe, Taylor & Francis, hat ihre komplette Frontlist bei uns eingepflegt. Andere Großkunden werden folgen.
Ein anderer Schwerpunkt war und ist der Self Publishing Markt in den USA, der für uns sehr profitabel ist und rasant wächst. Alles Themen, die in Deutschland natürlich erst einmal nicht so sichtbar sind.
Und was ist passiert, dass Sie jetzt in Deutschland wieder Gesprächsthema werden?
Wir haben erst einmal im Stillen gearbeitet und die Plattform noch mal ganz erheblich verbessert. Eine neue, deutlich verbesserte HTML5-Version, ein sehr cooles Dashboard für teilnehmende Verlage mit allen relevanten Informationen über die Verbreitung ihrer Biblets, eine enorme Aufrüstung der Server-Hardware und viele weitere, kleinere Entwicklungen haben in den vergangenen Monaten zu einer enormen Steigerung des Traffics bei book2look geführt. Von durchschnittlich 600.000 Views, also Anzeigen, von Biblets im Monat in 2014 sind wir auf ca. 2.5 Millionen Views pro Monat im Frühjahr 2015 hochgeschnellt.
Das ist in der Tat eine rasante Steigerung. Wie erklären Sie das?
Wir bemühen uns seit Jahren um eine möglichst weite Verbreitung der Biblets auch außerhalb der traditionellen Kanäle. Blogger und die Sozialen Netzwerke tragen heute ganz erheblich zum Traffic bei. Aber vor allem die Zusammenarbeit mit einem der Großen – und wie immer verschwiegenen – Discounter hat uns spektakuläre Zuwächse gebracht. Der Buchhandel ist, von den rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, aber noch relativ zurückhaltend. Ein Umstand, den ich befremdlich finde, sind wir doch die einzigen, die jedem Händler seine eigene Version der Leseproben für sein Online-Marketing bereitstellen.
Insgesamt kann man jedenfalls sagen, dass sich book2look Biblets nach sechs Jahren kontinuierlicher Arbeit bei den Netzbewohnern als ein Mittel, um Bücher im Netz zu verbreiten, gut etabliert haben.
Das mit den Händlerversionen müssten Sie uns nochmal genauer erklären.
Anders als alle anderen vergleichbaren Lösungen bieten wir die so genannten „Community Versionen“. Das sind Biblets, die das Logo des Händlers oder Bloggers und den Link zur betreffenden Website mitbringen. Die normalerweise vom Verlag bestimmten Shop Links im Biblet, die den direkten Kauf des Buches am „Ort der Entdeckung“ ermöglichen, werden in der Community Version durch den Link zum eigenen Shop oder Affiliate Shop ersetzt. Diese „DNA“ bleibt auch erhalten, wenn sich das Biblet weiter verbreitet. Die Kontakte, die der Händler über sein Online-Marketing erzeugt, dienen so seinem eigenen Geschäft und nicht einem Dritten. Ein Biblet ist ein typischer „Touchpoint“ für ein Buch im Netz, potenzielle Kunden können es überall finden. Das sollten sich mehr Buchhändler zunutze machen.
Seit einigen Wochen sind book2look Biblets auch mit der SPIEGEL Bestsellerliste verbunden. Was hat es damit auf sich?
Das ist eine Partnerschaft, auf die wir besonders stolz sind und die ebenfalls ganz erheblich zur Reichweite von book2look beiträgt. Auf SPIEGEL online sind die Bücher, zu denen es eine book2look Leseprobe gibt, entsprechend verlinkt. Verlagen, die nicht mit book2look arbeiten, bieten wir an kostenlos ein Biblet für sie zu erstellen, wenn einer ihrer Titel in den Hardcover Top 20 steht. Von den SPON Lesern wird dieses Angebot offenbar sehr gerne angenommen.
Wie geht es weiter mit book2look? Was steht noch auf der Agenda?
Zunächst einmal müssen wir unser System für den wachsenden Ansturm fit machen. Das geschieht gerade. Dann ist natürlich die Internationalisierung, vor allem der US Markt für uns von entscheidender Bedeutung. Mit Nielsen Book Data als Partner und seit letzter Woche auch Bowker, haben wir die großen Buchinformationssysteme hinter uns.
Außerdem sind neben den Sprachräumen Deutsch, Spanisch und Englisch weitere Versionen für die kommenden Monate geplant: Eine französische, eine italienische, eine polnische und eine niederländisch Version stehen als erste auf dem Plan.
Bei der Software wird es, wie immer in unserer kurzen Geschichte, kontinuierliche Verbesserungen geben. Mit dem Angebot „eBook Inside“ stehen wir bereit, den Verlagen eine zuverlässige und innovative Lösung für Print-E-Book-Bundles anzubieten. Wir bieten das System schon heute an, aber solange die idiotische Regulierung des Wirtschaftsministeriums in Kraft ist, ist es für viele Verlage problematisch.