
Die Pressesprecherin des Börsenvereins, Claudia Paul, begrüßte die Medienvertreter heute Vormittag im Haus des Buches in Frankfurt zur Vorstellung der Wirtschaftszahlen der Branche für das Jahr 2014.
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, stellte fest: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, gelernt und gehandelt. Der Buchhandel ist zu einer Symbiose aus physischer und Online-Welt geworden.“
So zeige sich die „Branche aktiv und selbstbewusst, auch wenn der Umsatz des gesamten Buchmarktes 2014 um 2,2 Prozent auf 9,32 Milliarden Euro fiel“. Hauptgrund seien fehlende „wirkliche“ Bestseller – mit den Top Ten des Vorjahres wurden 20,2 Prozent weniger Umsatz erlöst als 2013.
Die Verlage haben sich aber besser auf die Digitalisierung eingestellt und neue Produkte entwickelt, mit denen sich neue Chancen bieten. „Der Buchmarkt ist Vorbild für den Einzelhandel. Wir gehen optimistisch in die Zukunft“, äußerte Skipis. Wichtig sei, die Preisbindung nun auch für E-Books festzuschreiben.
Zum Thema Konzentration auf dem Markt warnte Skipis: „Wenn Amazon einziger Mediator zwischen Buch und Leser würde, wäre das verheerend. Der Börsenverein hat deshalb eine Kartellrechtsklage eingereicht. Die digitalen Entwicklungen sind allerdings schneller als die Gesetzesbeschlüsse.“
TTIP spielte bei den Betrachtungen des Hauptgeschäftsführers ebenfalls eine Rolle: „Wir sind keine Gegner des Freihandelsabkommens, haben aber ein konkretes Anliegen: Die Buchpreisbindung muss erhalten werden. Dazu brauchen wir von der EU-Kommission eine belastbare Aussage.“
Auf die Branchenzahlen ging Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, ein: „Der Internetbuchhandel ist um 3,1 Prozent zurückgegangen, der Sortimentsbuchhandel nur um 1,2 Prozent.“ Hohe Verluste verzeichnen der Versandbuchhandel mit minus 26 Prozent, Warenhäuser mit minus 17,3 Prozent und Buchgemeinschaften mit minus 21 Prozent. Minimal zulegen konnte der Direktumsatz der Verlage (plus 1,5 Prozent). „Dabei schließt sich die Schere zwischen Sortimentsbuchhandel und Internetbuchhandel“, konstatierte Riethmüller.
Bei Betrachtung der Warengruppen machen Belletristik mit 32,4 Prozent (minus 6,7 Prozent) und Kinder- und Jugendbücher mit 14,9 Prozent (minus 1,4 Prozent) fast die Hälfte des Umsatzes aus.
Verluste in Höhe von minus 7,7 Prozent auf 4 Prozent Anteil fallen bei Naturwissenschaften, Medizin, Informatik und Technik auf.
Die Titelproduktion ist von 81.919 im Jahr 2013 auf 73.863 im Jahr 2014 zurückgegangen. Übersetzungen liegen relativ stabil bei 9.962.
Matthias Heinrich, Schatzmeister des Börsenvereins, ging auf das Thema E-Books und die Berechnung der Zahlen ein. Für die Hochrechnungen der Umsätze befragte das GfK Consumer Panel Media*Scope Buch 25.000 Personen, für die Einstellung zum Medium E-Book 10.000 Personen.
Ein moderater Anstieg von 3,9 Prozent 2013 auf 4,3 Prozent Umsatzanteil 2014 ist bei E-Books ablesbar. „In den USA beträgt der Anteil etwa 25 Prozent, aber ein Vergleich verbietet sich aufgrund völlig anderer Strukturen. Wir werden wohl in Deutschland bei E-Books nicht über zehn Prozent kommen“, schätzte Heinrich ein.