
Allein ist Inhaberin Monika Steinkopf nicht an ihrem letzten Tag in der Bücherstube in Frankfurt-Bergen, viele Besucher sind gekommen, um sich bei ihr für über 36 Jahre gute Beratung, tolle Lesetipps, kurzweilige und interessante Veranstaltungen und persönliche Gespräche zu bedanken [mehr…]
So kämpfen in Monika Steinkopf zwei Seelen: Zum einen ist sie froh, die Entscheidung, die Bücherstube zu schließen, selbst getroffen zu haben. Zum anderen können 59 Jahre Arbeit im Buchhandel nicht von einem auf den anderen Tag zu den Akten gelegt werden.
Noch einmal unterstreicht Steinkopf, dass sie ohne die Hilfe ihrer Kolleginnen Helma Fischer aus Offenbach, Erika Riedel aus Tübingen – die vor 36 Jahren bereits beim Einräumen der Buchhandlung half – , Angelika Kunkel aus Wetzlar und Doris Dotzler aus Bad Nauheim die letzten Wochen, die viel Kraft kosteten, nicht überstanden hätte.
Sie dankt langjährigen Begleitern wie Adolf Fink, der 37 Mal die Bücherlese bei Rotwein in der Berger Bücherstube gehalten hat, Gudrun Rathke, Almut Gehebe-Gernhardt, Heiner Boencke, ehemaligen Mitarbeitern, Helfern aus der Nachbarschaft wie Katja Kessler und treuen Kunden. „Ich bin jeden Tag gerne in die Buchhandlung gegangen“, sagt Steinkopf.
„Monika Steinkopf hat Buchhandel gelebt. Sie hat Verbindung zu Autoren gehalten, besonders zu den Stadtschreibern. Sie steht exemplarisch für die Vermittlung zwischen Verlagen, Autoren und Lesern“, würdigt Kollegin Helma Fischer.
„Es ist ein guter Tag für Monika Steinkopf, sie kann jetzt ihre wohlverdiente Freizeit genießen“, meldet sich Heiner Boehncke zu Wort, „aber wir verlieren mit der Berger Bücherstube unser literarisches Wohnzimmer. Es war schön, hier Leute zu treffen, die man sonst nie trifft.“
Die Bücherstube ist zu. Noch stehen die Regale nicht völlig leer, sind die Schaufenster nicht ausgeräumt. Und eine kleine Hoffnung bleibt, diese Institution irgendwie wenigstens als kulturellen Treffpunkt zu erhalten.
JF