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Literaturtage Südostasien in Frankfurt

Logo der Literaturtage 2015

Anita Djafari, Geschäftsführerin von Litprom, stellte heute in einem Pressegespräch das Programm der Literaturtage Südostasien vor, die am 23. und 24. Januar im Literaturhaus Frankfurt stattfinden werden.

Zum vierten Mal veranstaltet Litprom dieses kleine Festival, in den Vorjahren standen Mittelamerika [mehr…], Afrika und die arabischen Länder im Mittelpunkt.

„Das kompakte Format hat sich bewährt und passt gut zu Frankfurt“, konstatierte Djafari. Im Fokus der diesjährigen Literaturtage stehen Länder, die in erster Linie mit Katastrophen kurzzeitig in die Schlagzeilen der Medien geraten. Ihre Literatur – die Giganten China und Indien ausgeklammert – ist in Deutschland weitgehend unbekannt. „Dieser Terra incognita wollen wir uns gemeinsam mit dem Publikum annähern“, beschreibt Djafari das Ziel der Veranstaltung. Dabei kommt Indonesien, dem Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, besondere Bedeutung zu.

Bei der Vorbereitung der Literaturtage mussten die Organisatoren feststellen, dass bislang nur wenige Bücher aus Südostasien in deutscher Übersetzung vorliegen. Acht Autoren, darunter drei aus Indonesien, wurden eingeladen, kurzfristig mussten zwei aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Kommen werden: Der in Jakarta geborene und zur Zeit aufgrund eines Stipendiums in Berlin lebende Afrizal Malna, Lyriker, Philosoph und Performance-Künstler; die in Montreal wohnende Madeleine Thien – sie hat malaysische und chinesische Wurzeln. Von ihr sind bereits mehrere Bücher im Luchterhand Verlag auf Deutsch erschienen, darunter als jüngstes Buch 2014 Flüchtige Seelen.
Ebenfalls dabei sein wird Nguyen Huy Thiep aus Vietnam. Sein Buch Der pensionierte General, 2009 im Mitteldeutschen Verlag herausgekommen, fand viel Beachtung.
Kim Thúy, in Saigon geboren und heute in Montreal lebend, arbeitet als Übersetzerin, Rechtsanwältin, Gastronomin und Moderatorin. Der Verlag Antje Kunstmann veröffentlichte von ihr 2010 Der Klang der Fremde und 2014 Der Geschmack der Sehnsucht.
Ayu Utami ist die wohl bekannteste Schriftstellerin Indonesiens – sie wird ebenfalls zu den Literaturtagen anwesend sein. Der Horlemann Verlag publizierte 2007 ihren Roman Saman, ein zweites Buch der Autorin wird vorbereitet. Außerdem erwartet wird Lea Pamungkas, in Indonesien geborene und in den Niederlanden lebende Autorin, Journalistin und Übersetzerin.

Aus Deutschland nehmen die Autoren Ulrike Draesner und Stephan Thome teil, es moderieren Katharina Borchardt, Claudia Kramatschek, Ellen Schulz, Ruthard Stäblein und Cornelia Zetzsche.

„Es ist interessant, dass sich deutsche Autoren immer wieder mit Asien beschäftigen. Die Gespräche zwischen ihnen und den Schriftstellern aus den jeweiligen asiatischen Staaten werden die Literaturtage bereichern“, ist sich Anita Djafari sicher. Neben den Werkstatt-Gesprächen gibt es Podiumsdiskussionen, eine Lyrik Performance, Lesungen und ein spezielles Arte-Filmprogramm zum Thema Südostasien.

Am Pressegespräch nahmen auch Edith Koesoemawiria teil, Journalistin und Mitarbeiterin des künstlerischen Netzwerkes Litrantara, das sich dem Austausch zwischen indonesischen und deutschen Künstlern widmet, sowie Hok An, Begründer eines indonesischen Gesprächskreises in Frankfurt.

Simone Bühler, bei der Frankfurter Buchmesse zuständig für die Ehrengäste, wies darauf hin, dass Goenawan Mohamad, Projektleiter des Indonesien-Auftritts 2015, ebenfalls zu den Literaturtagen kommen werde. Erwartet wird zudem John McGlynn, Mitgründer der seit 1987 bestehenden Lontar Foundation in Jakarta, die indonesische Literatur fördert.

Das Programm der Literaturtage ist unter www.litprom.de nachlesbar. Auf der Homepage können sich Verlage auch zur Übersetzungsförderung informieren: „Wir suchen noch Editionshäuser, die indonesische Literatur in deutscher Sprache veröffentlichen“, betont Anita Djafari.

JF

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