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Süddeutsche Zeitung: Weitere Entlassungen bei Weltbild?

„Die Stimmung im Weltbild Verlag ist schlechter denn je: Ein Jahr nach der Insolvenz könnte es weitere Entlassungen geben“, so beginnt Stefan Mayr seinen Weltbild-Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Von einst 2200 Mitarbeitern in Augsburg sind noch 950 übrig. Mehr als 1000 Mitarbeiter wurden entlassen, dazu kommen etwa 300 in den Filialen. Und das Ausbluten geht weiter: Viele Mitarbeiter verlassen das Unternehmen jetzt freiwillig.

„Und trotz der enormen Einschnitte muss sich das verbliebene Personal schon wieder ernsthafte Sorgen um den Job machen. Denn vor Weihnachten hatte die neue Geschäftsführung weitere Entlassungen angekündigt [mehr…] – ohne Zahlen zu nennen“, schreibt Mayr.

Enttäuschung mache sich breit: Der Investor Droege habe sich als „klassischer knallharter Kosten-Sanierer“ entpuppt, „der mit Drohungen und Geheimhaltungspolitik arbeitet“. Selbst Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der Droege ins Boot holte, kritisiert den 60-Prozent-Mehrheitsgesellschafter – will aber den Glauben an die Sanierung nicht aufgeben.

Nach der geplatzten Weihnachtsrunde hat es kein Gespräch zwischen Betriebsrat und Management mehr gegeben. Mayr zitiert Betriebsrat Timm Boßmann: „Die Situation ist extrem unbefriedigend, die Strategie des Herrn Droege irritiert.“ Alles sehe nach „Todschrumpfen“ aus.

Droege hat nach dem ersten Umsatzrückgang sofort zahlreiche Kosten gekappt: „Es wird als Indiz gewertet, dass Droege rückläufige Umsätze als Rechtfertigung für Entlassungen anstrebt“, so Mayr.

Der „Augsburger Allgemeinen“ ist es gelungen, mit Droege zu sprechen. Der sieht die Dinge naturgemäß etwas anders: „Im Gespräch mit unserer Zeitung wies er gestern darauf hin, es habe ’signifikante Abweichungen gegenüber den Planungen von Roland Berger gegeben‘. Das treffe sowohl auf Umsatz als auch Kosten zu“, schreibt das Blatt.

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