
Thomas Bez wird heute 65 Jahre alt. Börsenverein-Justiziar Dr. Christian Sprang gratuliert dem Umbreit-Chef zum runden Geburtstag:
Jeder, der nach Ausbildung oder Studium oder nach einem Jobwechsel in eine neue berufliche Aufgabe einsteigt, weiß, wie ungemein wichtig und hilfreich es ist, wenn man in der Startphase von Mentoren unterstützt wird. Ein solcher Mentor ist mir nach meinem Wechsel zum Börsenverein im Jahre 2001 Thomas Bez gewesen, auf dessen Unterstützung ich mich noch immer jederzeit und in jeder möglichen Frage verlassen kann. Von Herzen möchte ich ihm deshalb hier zum Erreichen des Alters gratulieren, mit dem frühere Generationen von Unternehmern und Werktätigen aus dem aktiven Arbeitsleben auszuscheiden pflegten und das die BuchMarkt-Redaktion deshalb bei wichtigen und prägenden Figuren der Branche – und zu diesen gehört Thomas Bez ohne jeden Zweifel! – frühzeitig zur klammheimlichen Suche nach einem passenden Verfasser eines Glückwunsches veranlasst.
Einen besseren Wegbegleiter durch Branche und Verband als Thomas Bez hätte ich mir nicht wünschen können. Das liegt zunächst daran, dass es vermutlich weit und breit niemand gibt, der von den Abläufen, Zusammenhängen und Firmen des Buchmarkts mehr versteht als er. Das vom Zwischenbuchhandels-Ausschuss des Börsenvereins herausgegebene, von ihm verfasste und inzwischen durch sieben Auflagen betreute „ABC des Zwischenbuchhandels“ bekommt jeder Referendar in der Rechtsabteilung des Börsenvereins als Vademecum ans Herz gelegt, um zu begreifen, wie der deutsche Buchhandel funktioniert. Eine noch tiefer gründende, auch historisch unterlegte Gesamtdarstellung hat Thomas Bez gemeinsam mit Thomas Keiderling mit dem bei Hauswedell verlegten Buch „Der Zwischenbuchhandel“ vorgelegt. Als Lehrbeauftragter der HTWK Leipzig und der Münchener Universität sowie als wohlmeinend-kritischer Begleiter der Arbeiten vieler Bachelor- und Magisterstudenten/innen gab und gibt Thomas Bez sein Wissen der jungen Generation der Branche freigiebig weiter. Ein Anruf bei ihm reicht in der Regel, um in vertrackten Branchenfragen eine Wissenslücke im Handumdrehen in Herrschaftswissen zu verwandeln.
Thomas Bez gehört noch der zum Leidwesen des Börsenvereins zunehmend aussterbenden Generation von Inhabern von (Familien-)Unternehmen an, die ihrem Verband mit größter Selbstverständlichkeit und Selbstlosigkeit dienen. Keine Mühe ist ihm für den Börsenverein zu viel, keine noch so dringende Aufgabe im großen eigenen Unternehmen hält ihn davon ab, sich für die Solidargemeinschaft zu engagieren, sei es in Vorstands- und Vorsitzenden-Ämtern oder auch in wenig beifallsträchtigen, aber unverzichtbaren Gremien wie Schatzungs-, Schieds- oder Haushaltsausschüssen. Für Gewissenhaftigkeit und Fleiß bekannt, kommt Thomas Bez zu Sitzungen stets bis ins Detail präpariert und hakt kritisch nach, wenn die ausgeteilten Vorlagen Fragen offen lassen. Da sich das zumindest in verbandsnahen Kreisen herumgesprochen hat, erreicht er mit seinen Kandidaturen bei Gremienwahlen (echte) Zustimmungswerte, die ihm jeder Kandidat für das Zentralkomitee der SED geneidet hätte.
Vor allem aber paart sich bei Thomas Bez Wissen, Schaffenskraft und Engagement mit einer Persönlichkeit, die ihn aus sich und von innen heraus zum selbstverständlichen primus inter pares in Branchengremien macht. Auch Unternehmer und Geschäftsführer, die für sich selbst der Haltung bewusst gelebten Christentums nicht folgen, respektieren unwillkürlich die – auch durch das Leben mit einer schweren chronischen Krankheit genährte – Demut und Wertschätzung, mit der Thomas Bez jedem Kollegen begegnet.
So verwundert es nicht, dass Thomas Bez im eigenen Hause ein qualifiziertes Team um sich scharen konnte, das Umbreit durch nachhaltiges Wirtschaften auch in den momentan schweren Zeiten zu schönen Erfolgen und erstaunlich guten Zahlen verhilft. Der Handel honoriert dabei sicher auch das glaubwürdige und bodenständige Auftreten des Familienunternehmens, in dem die nächste Generation mit Thomas Bez‘ ältester Tochter Susanne (die nach ihr folgenden 23jährigen Zwillingsschwestern Katharina und Daniela befinden sich noch im Studium) und Nichte und Neffe, die zugleich Mitgesellschafter des Unternehmens sind, bereits fest in der Firma verankert ist. Die Schattenseiten eines Familienbetriebs lernte Thomas Bez selbst früh kennen, als er statt eines Neigungsstudiums der Theologie – noch heute engagiert er sich im Kirchengemeinderat seiner Pfarrgemeinde – mit Jura (in Tübingen) und BWL (in Mannheim) gleich zwei für einen angehenden Unternehmer hilfreiche Fächer ergriff, um sich dann aufgrund eines Duty Calls seines Vaters auch noch zum Abbruch der Promotion gezwungen zu sehen. Dafür freut er sich heute darauf, sich in den kommenden Jahren aus dem Tagesgeschäft der Leitung von Barsortiment und Pressegrosso sukzessive zugunsten der nächsten Generation zurückziehen und mehr Freiheiten gewinnen zu können.
Privat lebt Thomas Bez in 33jähriger glücklicher und rücksichtsvoller Ehe mit seiner Gerda zusammen, die ihm nicht nur bei der Erziehung der drei Töchter stets den Rücken freigehalten hat. Nach und nach hat der Hobbyfotograf den Umstieg in die Digitalfotografie vollzogen, so dass er sein Amt als Familienarchivar, von dem neben seinen leiblichen auch seine 6 Patenkinder profitieren, mit modernstem Equipment wahrnehmen kann. Immer wieder zieht es ihn zur Erholung in die Schweizer Berge, krankheitsbedingt inzwischen weniger zum Skifahren als zum Wandern. Dass er eine Schwäche für die Musik von Comedian Harmonists und Konsorten hat, ist den Kolleginnen und Kollegen bei Umbreit nicht verborgen geblieben. Deswegen wird er demnächst gemeinsam mit seiner Frau einmal ganz ohne einen Termin im Buchhändlerhaus Richtung Frankfurt fahren dürfen, um Max Raabe und sein Palast-Orchester zum wiederholten Male live zu erleben.
Heute, das ahne ich, werden Sie, lieber Herr Bez, allerdings anders als Max Raabe nicht ausrufen können „Kein Schwein ruft mich an!“. Ich verschone Sie deshalb für diesen Tag mit Anrufen, um stattdessen an meinem letzten Urlaubstag ein gutes Glas auf Ihr Wohl, Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie zu leeren – ad multos annos!
Wer auch gratulieren möchte: gl-sekretariat@umbreit.de
Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage}