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Die KrimiZeit-Bestenliste Juli – hier zum Ausdrucken

Heute ist die KrimiZEIT-Bestenliste Juli 2014 in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienen.

Hier können Sie die Liste downloaden und als Plakat ausdrucken:
download(07-KrimiZEIT_Bestenliste_Juli_2014.pdf)

An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Juli 2014 finden Sie ganz neu:
Die Kairo-Affäre von Olen Steinhauer (original 2014: The Cairo Affair)
Seit seinem ersten Politthriller, dem immer noch nicht ins Deutsche übersetzten The Bridge of Sighs (2003), erforscht der US-Amerikaner Olen Steinhauer (* 1970) die politischen, kulturellen und geheimdienstlichen Beziehungen zwischen Ost und West. Zunächst in fünf zwischen 1948 und 1989 an verschiedenen Orten Europas mit jeweils einer eigenen Hauptfigur angesiedelten Romanen, dann die Welt der Spys nach 9-11 in der „Tourist“-Trilogie, die ihm den Ruf des Nachfolgers von John le Carré einbrachte, auch wenn dies inhaltlich wie stilistisch nicht ganz zutrifft.

Mit der Kairo-Affäre begibt Steinhauer sich auf neues Terrain. „Affäre“ ist im doppelten Sinn zu verstehen: Einerseits geht es um die Affäre der Diplomatenfrau Sophie Kohl mit einem CIA-Mann in Kairo, andererseits um etliche vielfältig mit dieser privaten verwobene Geheimdienst-Affären. Verwickelt sind der ägyptische und im Hintergrund der libysche Geheimdienst, natürlich die CIA und ein idealistischer Libyer, der als Analytiker bei der CIA arbeitet. Alle diese Mächte, Kräfte, Intriganten, Mörder zerren an der Arabellion, um ihre persönlichen Angelegenheiten und die der arabischen Volksbewegungen zu instrumentalisieren, zu kontrollieren, zu manipulieren. Zu Recht erinnern sich Rezensenten an Graham Greene: Steinhauer rückt den menschlichen Faktor ins Bild.

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste Juli finden Sie noch zwei weitere Titel, einen irischen und einen österreichischen:
Auf Platz 4: Die Sirenen von Belfast von Adrian McKinty (original 2013: I Hear the Sirens in the Street)
Der 1968 in Carrickfergus bei Belfast geborene Adrian McKinty erschließt in seinen komplexen Noir-Romanen Schauplätze seines Lebens. In der „Todestrilogie“ um den Emigranten und Flüchtling Michael Forsythe reflektiert er erzählerisch seine Jahre in New York und Denver, jetzt, während er in Melbourne weit vom Schuss lebt, arbeitet er in drei Romanen die Jahre des Nordirlandkonflikts auf. In deren Zentrum steht der „katholische Bulle“ (unter diesem Titel 2013 drei Monate auf der KrimiZEIT-Bestenliste) Sean Duffy. Im aktuellen zweiten Fall Die Sirenen von Belfast geht es um die von Revolutions-Romantik und knallharten Wirtschaftsinteressen geformten Beziehungen zwischen den USA und Irland. McKinty erzählt eine beinahe klassische Polizeiermittlung, in der auf spannende und atmosphärisch dichte Weise Revolution und Verrat, Liebe und Betrug miteinander verknüpft sind, den düsteren Hintergrund bilden im Jahr 1982 Falklandkrieg Unser neues Jury-Mitglied Elmar Krekeler bemerkt entzückt: „Eine Geisterbahnfahrt der besonderen Art ist dieses Buch. Hart und blutig. Und nur was für Erwachsene. Am Ende möchte man doch gleich wieder rein.“ (Die Welt)

Auf Platz 5: Lichtschacht von Anne Goldmann
Lichtschacht ist der dritte Kriminalroman der 1961 geborenen Wienerin Anne Goldmann. Die Story erinnert an Hitchcock: Laura, gerade vom Land in die Stadt gekommen, glaubt eines Abends gesehen zu haben, wie eine jung Frau vom Dach gegenüber gestürzt ist, gestoßen möglicherweise von ihren beiden Freunden. Da keine Tote auftaucht, unternimmt die irritierte Lena Forschungen auf eigene Faust. Sie gerät dabei ins Spinnennetz eines begnadeten Manipulators, der vielleicht auch der Mörder ist. Und wieder begeistert Elmar Krekeler: „Lichtschacht ist (…) ein ungemein gekonnt, unprätentiös und in einem ganz eigenen Ton geschriebener Roman.“ (Die Welt)

Unsere Dauerchampions:
Zum höchst seltenen fünften Mal steht Daniel Woodrell mit In Almas Augen auf der KrimiZEIT-Bestenliste. Zum vierten Mal ist Oliver Bottini mit Ein paar Tage Licht und zum dritten Mal sind Ross Thomas mit Fette Ernte und Leonardo Padura mit Ketzer dabei.

Bitte beachten Sie: An der Auswahl der zehn besten Kriminalromane im Juli waren zwei neue Jury-Mitglieder beteiligt: Hannes Hintermeier, einer der stellvertretenden Feuilletonchefs der F.A.Z. und Elmar Krekeler, in gleicher Funktion bei der WELT. Damit wird die KrimiZEIT-Bestenliste von 19 Kritikerinnen und Kritikern zusammengestellt.

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