Wie auf einem GL-Aushang für die Hugendubel – Mitarbeiter zu lesen ist, „wird es künftig bei Hugendubel „keine inhaltlichen Beschränkungen mehr geben“: Für den Hugendubel-Verdi-Blog ist damit in der vergangene Woche nach fast vier Jahren „eines peinlichsten und reaktionärsten Kapitel in der Geschichte Hugendubels“ zugeschlagen worden.
Mit der jetzt neuen Betreuung des Online-Shops durch buecher.de sei der „unsägliche Kirchenfilter“ abgeschaltet worden: Kirchenkritische Titel „wie Deschners Kriminalgeschichte des Christentums, Dawkins´ Gotteswahn, Bergers Heiliger Schein oder der Brief an meinen Bischof des langjährigen katholischen CSU-Bundestagsabgeordneten Martin Mayer sind jetzt wie in allen normalen Buchhandlungen in Deutschland auch bei Hugendubel problemlos zu bekommen“.
Der Blog weiter: „Auch wer das für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominierte Aufklärungsbuch Make love sucht, wird es jetzt im Online-Shop finden, ebenso Sachbücher zum Thema schwul-lesbische Regenbogenfamilien. Und wer sich neben Shades of Grey – ein Titel der zeitweise 3 % vom Gesamtumsatz ausmachte – auch für Bücher von Sylvia Day oder Vina Jackson interessiert, wird sich in Zukunft keine verlogenen moralinsauren Kommentare mehr anhören müssen“.
Der Hintergrund: Ende 2010 wurde der Hugendubel-Onlineshop technisch auf die Plattform des Weltbild-Onlineshops gestellt. Da die Verlagsgruppe Weltbild zu 100% im Besitz der katholischen Kirche war, übernahm man ebenfalls den dort installierten Kirchenfilter, der kirchenkritische, erotische, politisch linke sowie schwul-lesbische Titel aus dem Sortiment herausfilterte.
Seit der Betreuung des Hugendubel-Onlineshops seit dem 20. Mai 2014 durch buecher.de (66% im Besitz der Weltbild GmbH, 33 % im Besitz des Springer-Konzerns) wurde nun der Kirchenfilter hoffentlich engültig abgeschaltet.