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Thema Europa: Heute beginnt die internationale Schriftstellerkonferenz in Berlin

„Europa – Traum und Wirklichkeit“ lautet das Motto einer zweitägigen Europäischen Schriftstellerkonferenz [mehr…], die heute in Berlin beginnt. Gestern Abend trafen sich die über 30 teilnehmenden Autoren aus mehr als 20 Ländern schon einmal bei einem Empfang.

„Dass wir in diesen Zeiten hier zusammenkommen, ist ein kleiner europäischer Traum, der wahr geworden ist“, begrüßte Frank Walter Steinmeier das Publikum in den Räumen der Stiftung Mercator am Hackeschen Markt.

Vor über einem Jahr – also noch vor der Krise in der Ukraine – hatte sich Steinmeier das Projekt zusammen mit den Autoren Antje Rávic Strubel, Mely Kiyak, Nicol Ljubić und Tilman Spengler ausgedacht. Damit wollte man an eine ähnliche Tagung anknüpfen, die im Mai 1988 in Berlin unter dem Titel „Ein Traum von Europa“ stattfand. Damals ging es um die Frage, wie die Teilung überwunden werden könnte. „Diese Tagung war von einem ungeahnten Wirklichkeitssinn getragen“, so Steinmeier. Was undenkbar schien, wurde ein Jahr später Realität: die Mauer fiel, der Eiserne Vorhang wurde zerrissen. Beim Entschluss zur Neuauflage einer europäischen Schriftstellerkonferenz habe den Initiatoren die Phantasie gefehlt, dass man sich 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges treffen würden, um darüber zu diskutieren, wie eine neue Spaltung Europas verhindert werden kann. „Mit Europas Traum vor Augen sind wir in den letzten Jahren unglaublich weit gekommen. Diesen Traum müssen wir mit Phantasie und Wirklichkeitssinn weiterdenken. Deshalb freue ich mich auf die Schriftstellerkonferenz“, so Steinmeier.

Heute Vormittag eröffnet Steinmeier die Konferenz in der Alfred Herrhausen Gesellschaft. Es diskutieren unter anderem Janne Teller (Dänemark), Oksana Sabuschko (Ukraine), Michail Schischkin (Russland), György Dalos (Ungarn), Maja Haderlap (Österreich), Carolin Emcke (Deutschland) und Ágnes Heller (Ungar).

Am Abend folgt eine „Lange Nacht der Europäischen Literatur“ im Deutschen Theater, die in verschiedenen Lesungen die literarische und sprachliche Vielfalt Europas beleuchtet. Zum Abschluss soll ein „Manifest europäischer Schriftsteller“ vorgestellt werden.

Am morgigen zweiten Konferenztag geht es bei einem Symposium auf Einladung der Alfred Herrhausen Gesellschaft um die Strahlkraft des europäischen Modells in der Welt. Neben den Schriftstellern werden dann auch Philosophen, Wissenschaftlicher und Politik-Insider aus der ganzen Welt mitdiskutieren.

Im Ch. Links Verlag soll ein Buch über die Ergebnisse der Konferenz erscheinen, in dem auch das Manifest abgedruckt werden wird. „Wir hoffen auf gute Inhalte“, betonte Christoph Links gestern am Rande des Empfangs.

Mehr Informationen unter: www.europatraumundwirklichkeit.eu

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