
Zu einem „Erfahrungsaustausch quer durch die Sparten und Hierarchien“ hat der Landesverband Berlin Brandenburg gestern Abend anlässlich seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung eingeladen. Das ermutigende Fazit: Erfolg durch Qualität und Optimismus.
Die ansteckend gute Stimmung verbreiteten zwei branchenfremde Experten: Thomas Keller, Gründer und Geschäftsführer der Lobetaler Bio-Molkerei und Daniel Sibbers, Marketingleiter der Berliner Yorck Kinogruppe berichteten in Impulsvorträgen, mit welchen innovativen Ideen sie den Weg aus der Krise gemeistert haben.
Nach dem Verfall des Milchpreises vor fünf Jahren sah Thomas Keller Handlungsbedarf. Das Unternehmen wurde zum Produzenten eines Bio-Joghurts mit überwiegend regionalen Zutaten und umweltfreundlicher Verpackung. Damit traf man genau den Nerv des Publikums. Innerhalb von vier Jahren konnte Lobetaler 20 Prozent des regionalen Marktes erobern. Auch die Baumschule der Hoffnungsthaler Werkstätten, zu denen die Molkerei gehört, überlebt mit ungewöhnlichen Ideen und einem individuellen Service, der genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist. Kellers Fazit: „Man muss in innovativen Produkten denken.“
Die Yorck Kinogruppe, die in Berlin 12 Programmkinos betreibt, steht nach einer Durst¬strecke infolge des Multiplex-Booms und der Digitalisierung inzwischen wieder gut da. „Wir haben aus der Krise, die wir für unüberwindbar hielten, herausgefunden“, machte Daniel Sibbers Mut. „Gegen steigende Mieten und Online-Angebote kommen wir nicht an, also müssen wir unsere Stärken ausspielen.“ Und dazu gehört die Qualität des Filmangebots, an dem die Kinobetreiber keine Abstriche machen.
Als Erfolgsrezepte nannte Sibbers das neu kreierte Logo, das als Qualitätssiegel wahrgenommen wird, die Kunden- bzw. Jahreskarte der Kinogruppe und Netzwerke mit Kooperationspartnern wie Tageszeitungen und Konzertveranstaltern. Nach vier Jahren habe das Unternehmen die Marke erfolgreich am Markt positioniert, ohne das Kerngeschäft aufzugeben. Gelungen sei das durch Kommunikation und ein zeitgemäßes und ehrliches Auftreten. „Wenn man mit dem vorhandenen Kundenstamm nicht überleben kann, muss man was Neues wagen“, so Sibbers. Auch wenn man damit den einen oder anderen Stammkunden verprelle, kämen viele neue hinzu, die einen schätzen und sonst nie entdeckt hätten.
Die internen Verbandsangelegenheiten waren schnell abgehakt: ausgeglichener Haushalt, erfolgreiche Veranstaltungsformate wie Stadt Land Buch, 24 Stunden Buch und der Nachwuchsschreibwettbewerb THEO und eine harmonische Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Vorstand. Für die Doppelspitze mit den Buchhändlerinnen Margrit Starick und Christiane Schulz-Rother hat nun das letzte Amtsjahr begonnen. Nach zwei Wahlperioden können sie 2015 satzungsgemäß nicht mehr antreten. Ein Termin, den sich alle Berliner und Brandenburger Verbandsmitglieder merken sollten: Am 23. November 2014 findet die traditionelle Wahlparty statt, bei der man sich über die Möglichkeiten der Verbandsarbeit informieren kann.
ml