Home > Veranstaltungen > Berlin: Buchpremiere mit Armin Mueller-Stahl auf dem Blauen Sofa

Berlin: Buchpremiere mit Armin Mueller-Stahl auf dem Blauen Sofa

Ein großer Auftritt gestern Abend in Berlin. Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl stellte im Gespräch mit Wolfgang Herles seine Erinnerungen vor. Dreimal Deutschland und zurück ist jetzt im Verlag Hoffmann und Campe erschienen.

Immer wenn Das Blaue Sofa von Club Bertelsmann, Deutschlandradio Kultur und ZDF auf der Bühne des Berliner Ensembles steht, zieht es die Berliner Literaturfreunde an den Schiffbauerdamm. Auch gestern freute sich Intendant Claus Peymann wieder über ein ausverkauftes Haus. Alle wollten Armin Mueller-Stahl erleben, den wohl beliebtesten Schauspieler der DDR und den bekanntesten deutschen Darsteller in Hollywood.

Armin Mueller-Stahl ist jedoch nicht nur ein großer Schauspieler, der 83-Jähriuge hat viele Talente. Er ist Musiker, Maler und Autor. Nach einem Musikstudium in Berlin begann seine Theater- und Filmkarriere in der DDR. Als er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestierte, durfte er jahrelang kaum noch als Schauspieler arbeiten und beantragte die Ausreiseerlaubnis in den Westen. Kaum hielt er die Papiere in der Hand, reiste er 1979 nach Frankfurt um die Hauptrolle in einem ZDF-Krimi zu spielen. „Unter den Vielen, die nach der Biermann-Petition die DDR verließen oder verlassen mussten, ist er der ‚Spätaussiedler‘: Eine Frankfurter Lokalzeitung berichtet über den ‚unbekannten 48jährigen Schauspieler‘, doch der Regisseur des Fernsehfilms ist sicher, dass Mueller-Stahl bald auch hier berühmt wird: ‚Ich habe nie mit einem Besseren gearbeitet‘“, heißt es in dem Buch. Armin Mueller-Stahl konnte seine Karriere u.a. unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder in der Bundesrepublik fortsetzen.

1992 wagte er einen Neuanfang in den USA, wo er zum Weltstar aufstieg. „Der Weg nach Hollywood war eine Art Flucht, sagte der Schauspieler, dem es nach dem Mauerfall in Deutschland zu eng war. Einen Teil des Jahres verbringt er bis heute in seinem Haus in Kalifornien, Das Wetter gefalle ihm dort besser, außerdem, seien die Menschen freundlicher und weniger neidisch als hierzulande.

Wolfgang Herles entlockte dem Schauspieler, der als junger Mann von der Schauspielschule flog, weil er zu renitent war, viele Anekdoten aus seinem wechselvollen Leben. „Kreativsein ist für mich ein Grund auf diesem Planeten zu sein“, erzählte Armin Mueller-Stahl. Dabei bewege ihn Musik mehr als die Schauspielerei, und die Malerei biete ihm mehr Freiheit. „Beim Malen erlebe ich die Momente, in denen ich wirklich fliegen kann“, sagte er und bedankte sich bei Andreas Hallaschka, dem Chefredakteur von Merian, der Lebensgeschichte nach vielen Gesprächen mit Armin Mueller-Stahl aufgeschrieben hat.

Nach anderthalb kurzweiligen Stunden bedankten sich die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus und eilten zum Büchertisch. Wer die einzige öffentliche Buchpräsentation des Autors verpasst hat, muss sich nicht grämen: Dreimal Deutschland und zurück ist seit gestern im Handel. Am 1. Juni stellt Armin Mueller-Stahl das Buch im Gespräch mit Ulrich Wickert in der NDR-Sendung Wickerts Bücher vor.

ml

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anzeige