Mindestens zwei Medienkonzerne erwägen nach Informationen der Süddeutschen Zeitung den Kauf des insolventen Verlags Weltbild. Allerdings benötigen die Interessenten Zeit, um alle Bücher des weitverzweigten Weltbild-Konzerns zu prüfen, schreibt das Blatt. Unklar ist bislang, wie der Verlag von April an die Gehälter der Angestellten bezahlen will.
Nun will die bayerische Staatsregierung Geld von Dritten auftreiben, um diese mehrmonatige Übergangsphase zu überbrücken. „Das Hauptproblem des Insolvenzverwalters ist: Die Gehälter der 2200 Weltbild-Mitarbeiter in der Augsburger Zentrale werden nur bis Ende März von der Arbeitsagentur übernommen. Nach SZ-Informationen sind das etwa acht Millionen Euro pro Monat. Wer diese Kosten von April an übernehmen soll, ist bislang ungeklärt.
Dies gilt in der Kürze der Zeit ist ein Gesamtverkauf des angeschlagenen Unternhmens kaum machbar. Im schlimmsten Fall drohe eine Zerschlagung, dadurch könnte ein Großteil der Belegschaft auf der Straße stehen. Um dies zu verhindern, brauchen Insolvenzverwalter und die potenziellen Investoren mehr Zeit. Die Rede ist von weiteren drei Monaten, was etwa 24 Millionen Euro entspricht.
Dieses Geld will nun die Staatsregierung organisieren – bei der Arbeitsagentur, beim europäischen Sozialfonds, bei Banken oder bei den kirchlichen Weltbild-Gesellschaftern. „Wenn Weltbild ein Stück Zeit braucht, dann versuchen wir, das mitzugestalten“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Samstag in Augsburg nach einem Treffen mit Weltbild-Betriebsräten und Vertretern der Gewerkschaft Verdi.