Home > Veranstaltungen > Literaturfestival „Eventi Letterari Monte Verità“ geht in die zweite Runde / Enrico Filippini-Preis für Klaus Wagenbach

Literaturfestival „Eventi Letterari Monte Verità“ geht in die zweite Runde / Enrico Filippini-Preis für Klaus Wagenbach

Die zweite Ausgabe des Literaturfestivals Eventi Letterari Monte Verità findet vom 10. bis zum 13. April in Ascona auf dem Monte Verità statt. Nach „„Utopien und herrliche Obsessionen“ im vergangenen Jahr [mehr…] lautet das Thema nun „Utopien und Dämonen“.

Die Veranstalter stellten heute Mittag in der Schweizerischen Botschaft Berlin das Programm des diesjährigen Festivals vor, das von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eröffnet wird. Das Motto „Utopien und Dämonen“ ist ein Hinweis auf die utopischen Lebenskonzepte, die den Mythos des Monte Verità befeuerten. „Utopie ist Anfang von Zukunft. Sie entsteht, wenn Zustände verändert werden sollen. Welche Rolle spielen die Dämonen, wenn diese Veränderungsprozesse so oft ins Böse oder auch nur ins Lächerliche umschlagen? Gibt es ein Pandämonium der Utopien? Unser Festival versucht sich an einer Antwort, aus unterschiedlichsten Blickwinkeln“, sagte Joachim Sartorius, einer der drei künstlerischen Direktoren des Festivals.

Herta Müller, Péter Nádas und Joanna Bator werden vor dem Hintergrund ihrer mittel- und osteuropäischen Erfahrungen die Frage beantworten, ob Verheißungen gelebt werden können. Mit ‚Monstern‘ und ‚munteren Dämonen‘ der Poesie werden sich Nora Gomringer, Durs Grünbein und Valerio Magrelli befassen. Zudem spürt eine Diskussionsrunde mit den Schweizer Autoren Lukas Bärfuss, Fleur Jaeggy, Jonas Lüscher, Anna Ruchat und Urs Widmer die großen und kleinen Dämonen in der Schweizer Literatur auf.

Die gesellschaftspolitische Dimension des Festivalthemas nehmen der Literaturkritiker Carlo Ossola sowie die Zeitdiagnostiker Martin Meyer und Frank A. Meyer in den Blick. Dabei legen sie den Fokus auch auf die ‚grüne Utopie‘. Damit setzt sich auch Daniel Cohn-Bendit im Gespräch mit Jakob Augstein auseinander. Die Schriftstellerin, Schauspielerin und TV-Moderatorin Serena Dandini legt den Schwerpunkt ihres Festivalbeitrags auf das Thema „Mann/Frau: Die ewige Utopie“. Mit Utopien und Dämonen in der Architektur werden sich die Architekten Mario Botta und Vittorio Gregotti beschäftigen.

Der mit 5.000 Schweizer Franken dotierte Enrico Filippini-Preis, ein wichtiger Bestandteil des Festivals, geht in diesem Jahr an den Berliner Verleger Klaus Wagenbach. Er sei wie nur wenige ein echter Europäer und fortschrittliche internationale Kultur gefördert habe, heißt es in der Begründung. Der Kafka-Forscher und -Biograf Wagenbach habe zudem zahlreiche italienische Autoren in seinem Verlag veröffentlicht und in Deutschland bekannt gemacht. Die Laudatio hält Inge Feltrinelli.

Mit dem Enrico Filippini-Preis Preis, der nach dem Kulturreporter, Übersetzer und Lektor Enrico Filippini (1934 – 1988) benannt ist, werden Personen geehrt, die hinter den Kulissen von Verlagen oder Zeitungen Wesentliches für die Buchhandels- und Verlagswelt geleistet haben. Preisträger im letzten Jahr war der Schweizer Autor und Übersetzer Bernard Comment.

„Eventi Letterari Monte Verità“ ist Teil der Primavera Locarnese. In diesem Rahmen findet in Ascona vom 11. bis 14. April auch das Jugendfestival Youtopia statt, ein Festival, das der jüngeren Generation die Welt der Literatur mithilfe zeitgemäßer Kommunikationsmittel und -formen näherbringen soll. Drittes Element der „Primavera Locarnese“ ist die Reihe „Wort und Bild“ des Filmfestivals Locarno, die vom 12. bis 15. April das Verhältnis zwischen Kino und Literatur vertiefen wird.

Informationen und Programm unter: www.eventiletterari.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert