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Deutscher Reporterpreis in der Kategorie “Freistil“ für Bernhard Albrecht

In Berlin ist am 2. Dezember der Deutsche Reporterpreis vergeben worden. In der Kategorie “Freistil“ wurde Bernhard Albrecht ausgezeichnet. In der Reportage „Und Frieda lebt doch“ rekonstruiert Bernhard Albrecht die Geschichte eines Mädchens, das in der 22. Schwangerschaftswoche geboren wurde, laut Lehrbuch nicht hätte überleben dürfen und heute zwei Jahre alt ist.

Die prämierte Reportage erschien als Vorabdruck im SZ-Magazin und ist ein Kapitel seines bei Droemer erschienenen Sachbuchs „Patient meines Lebens. Von Ärzten, die alles wagen“. Die weiteren Preise:

Beste Reportage
Der Deutsche Reporterpreis für die „Beste Reportage“ 2013 geht an den freien Journalisten Claas Relotius für sein Stück „Der Mörder als Pfleger“, erschienen im Schweizer Magazin „Reportagen“. Relotius beschreibt minutiös, wie in einem US-amerikanischen Gefängnis mit dementen Inhaftierten umgegangen wird. Eine große Geschichte, ein aufregender Stoff, dramaturgisch und sprachlich meisterhaft erzählt, lobte die Jury – eine perfekte Erzählung.

Beste politische Reportage
Anita Blasberg und Kerstin Kohlenberg von der „Zeit“ erhalten den Preis für die „Beste politische Reportage“. Ihr Stück „Die Klimakrieger“ schildert die Arbeit eines PR-Managers, der im Dienst mächtiger Konzerne den Klimawandel leugnet – entgegen jeder wissenschaftlichen Wahrheit. Der exzellent recherchierte Text zeige, was für perfide Waffen Lobbyisten einsetzen, um die Wirklichkeit zu verdrehen, sagte die Jury. Ein Stück Aufklärung, das das Urteilsvermögen der Leser schärft.

Beste Lokalreportage
In der Kategorie „Beste Lokalreportage“ zeichnet die Jury in diesem Jahr gleich zwei Texte aus. Der erste: „Sie nannten sie Titten-Gitti“, geschrieben von Meral Al-Mer und Lucas Vogelsang, erschienen im „Tagesspiegel“. Die Autoren jagen in der Geschichte einem Phantom hinterher, einer Frau, die zu DDR-Zeiten eine Legende im Prenzlauer Berg war. Dabei lassen sie unsentimental und facettenreich eine Epoche wiederauferstehen. Ebenfalls ausgezeichnet: „Mein Freund Jürgen“ von Eva Sudholt, erschienen in der „Berliner Morgenpost“, eine Reportage über einen Obdachlosen. Solche Stücke habe man oft gelesen – aber selten so anrührend aufgeschrieben wie hier, urteilte die Jury.

Bester freier Reporter
In der Kategorie „Bester freier Reporter“ gewinnt Andrea Jeska mit ihrer Reportage „Der Mann, der die Wüste aufhielt“, erschienen in der „Zeit“. Jeska erzählt die Lebensgeschichte eines Bauern aus Burkina Faso, der gegen alle Widerstände Bäume pflanzt und so das verdörrte Land fruchtbar macht. Die Jury lobte Rhythmus und Aufbau der Reportage, es sei „ein Text mit stiller Kraft“, bei dem man am Ende dankbar sei, dass es solche Menschen gäbe – und Reporter, die von ihnen erzählen.

Beste Web-Reportage
Dirk Gieselmann hat den 11Freunde-Live-Ticker legendär gemacht. Jetzt wird er dafür mit dem Titel „Beste Web-Reportage“ ausgezeichnet – und zwar für sein Stück „Werbung für den Handball“, ein Ticker zum Länderspiel Ecuador gegen Deutschland. Dieser Ticker habe ein geradezu „Oscar Wildesches Maß an Humor“ urteilte die Jury. Gieselmann ließ den Ticker fast zehn Stunden vor dem Anstoß beginnen und spickte ihn auch während des Spiels mit sehr geistreichen und komischen Anspielungen. Live und auf den Punkt.

Bestes Interview
Benjamin von Stuckrad-Barre und Hajo Schumacher erhalten den Preis für das „Beste Interview“ für „Ohne unsere Frauen wären wir jetzt tot“, erschienen in der „Welt am Sonntag“. Die beiden Autoren befragten den Theaterregisseur Jürgen Flimm und den CDU-Politiker und General a. D. Jörg Schönbohm über deren kürzlich erlittene Schlaganfälle. Zwei alte Männer, zwei große Egos, ein ernstes Thema. Dennoch sei es den beiden Autoren mit gelungen, nicht zuletzt dank wohl dosierter Respektlosigkeiten, ein Interview zu führen, das „so unterhaltsam ist wie ein gutes Theaterstück“, so die Jury.

Bester Essay
„Zeit“-Redakteur Wolfgang Uchatius erhält den Preis für den besten Essay. Sein Stück „Jan Müller hat genug“, ein Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus, konnte sich knapp gegen die anderen Arbeiten durchsetzen

Zudem entschied die Jury, in diesem Jahr einen Sonderpreis zu vergeben – an Alfred Steffen, Tobias Haberl und Alexandros Stefanidis für „Sagen Sie jetzt nichts, Peer Steinbrück“, erschienen im SZ-Magazin. Juror Dennis Scheck: „Was die Alltagsfloskel „mir fehlen die Worte“ zum Ausdruck bringt, erhebt das Bildinterview „Sagen Sie jetzt nichts“ des SZ-Magazins zur Kunstform.“

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