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Heinold fragt: Wer war’s?

Die Gründung des Verlages, nach dem wir heute suchen, war eine Art Ausgründung. Ein angesehenes Druck- und Verlagshaus war in Konkurs gegangen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen auf der Straße – in einer ehemaligen Residenzstadt in der Provinz ohne sonstige bemerkenswerte verlegerische Aktivitäten.

Vier von ihnen, dazu einer der Autoren und ein Partner von außerhalb, erwarben aus der Konkursmasse 30 Titel, darunter einige Longseller, gründeten einen neuen Verlag und machten sich an die Arbeit. Den Verlagsnamen leiteten sie von dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt her, in der der untergegangene Verlag seit jeher seinen Sitz hatte und in dem das neue Unternehmen bis heute residiert. Der Name bedeutet: „Angebauter Turm.“

Der in Konkurs gegangene Verlag hatte eine lange Tradition: 1789 gegründet, hatte er sich im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden zeitgeschichtlichen und militärwissenschaftlichen Verlag entwickelt, aber auch von 1920 bis 1945 die Reihe „Nürnberger Bilderbücher“ publiziert, die es auf 110 Titel brachte und in deren Nachfolge nach dem Wiederbeginn der Verlagsarbeit nach dem Krieg ein eigenes Programmsegment entstand.

Dieses Segment hatte zwei Gesichter – einerseits Bücher für Kinder, andererseits Bücher für Erwachsene. Die Gründer übernahmen diesen Programmteil und entwickelten im Lauf der Jahre für die beiden “Gesichter“ ein gemeinsames Motto: „Bücher, die Spaß bringen“. Noch heute kennzeichnet es die Verlagsproduktion.

Schon im zweiten Jahr des Verlages konnte ein Autor gewonnen werden, dessen Werk seitdem einen Programmschwerpunkt bildet. Vielleicht trug zu dessen Popularität neben der Qualität seiner Arbeiten auch die zufällige Namensgleichheit mit einem Fußballstar bei, der der Akteur mit den meisten Einsätzen im deutschen Profifußball ist.

Schon das erste Buch des Autors wurde zum Beststeller; ein vor 14 Jahren erschienener Saisontitel von ihm erreichte bisher fast 1 Million verkaufte Exemplare: ein Beweis für die „Trüffelnase“ des Verlages und für seinen Sinn für Originelles und Skurriles, prägende Eigenschaften, die seinen langanhaltenden Erfolg und den Marktanteil von 65 Prozent eines seiner beiden Programmteile erklären.

Schon ein Jahr nach der Verlagsgründung wurden Kooperationen mit einem Schweizer und einem französischen Verlag begründet, die namhafte Autoren an den Verlag banden. Die Zusammenarbeit mit einer der großen deutschen Publikumszeitschriften führte zu weiteren Erfolgen. 16 Jahre nach der Gründung wurde ein Verlag dazu gekauft, dessen Hauptautor weitere Auflagen- und Umsatzerfolge mit sich brachte. Zehn Jahre später bescherte das Jubiläumsprogramm zum 100. Geburtstag dieses Hauptautors dem Verlag eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte.

Insgesamt sind derzeit rund 450 Titel lieferbar, zu denen jährlich über 100 Neuerscheinungen kommen. Vor zehn Jahren begann der Aufbau eines Kalenderprogramms, das inzwischen rund 30 Titel jährlich umfasst. Der Verlag feiert derzeit ein Jubiläum mit einem Tortendisplay als Verkaufshilfe für den Buchhandel, mit einer 20.000-Euro-Spende an eine Stiftung zum Gedenken an Loriot und mit der Herausgabe eigener Briefmarken im Programm „Portocard individuell“.

Heinold fragt: Wie lautet der Name des Verlages und wo ist sein Sitz?
Lösung an: heinold@buchmarkt.de

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