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Erich Loest

Der Schriftsteller Erich Loest ist tot. Wie Medien berichten, stürzte der 87-Jährige sich am frühen Abend aus einem Fenster im zweiten Stock der Leipziger Universitätsklinik. Die Polizei geht bisher von einem Suizid aus.

Loest zählt zu den bedeutendsten Autoren Ostdeutschlands. In seinen Romanen und Erzählungen setzte er sich immer wieder mit der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung auseinander – und gilt daher als ein Chronist deutsch-deutscher Geschichte. Ein Artikel im ostdeutschen Börsenblatt brach ihm das Genick: Sieben Jahre saß er wegen „konterrevolutionärer Gruppenbildung“ im Stasi-Knast in Bautzen. In Werken wie Durch die Erde ein Riss oder Nikolaikirche hat Loest vielen Menschen in ganz Deutschland ein realistisches Bild der DDR gezeichnet. Mit dem Roman Es geht seinen Gang fiel er 1978 in der DDR erneut in Ungnade – und siedelte in die Bundesrepublik über. Nach dem Fall der Mauer kehrte er bald nach Leipzig zurück. Vor zwei Jahren hat er sein – wie er es nannte – „Letztbuch“ veröffentlicht: Man ist ja keine Achtzig mehr bei Steidl. Insgesamt veröffentlichte Loest mehr als 50 Bücher.

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