Es war dann wohl doch nicht der Krebs, sondern eine Giftspritze: Die Polizei sucht jetzt – nach 40 Jahren – nach dem mutmaßlichen Giftmörder des chilenische Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda, meldet der Spiegel.
Ein Mann – blond, blauäugig groß – ist jetzt zur Fahndung ausgeschrieben, zum Glück hat er auch einen Namen: Es soll der CIA-Doppelagent Michael Townley sein, der unter Pinochet mit der chilenischen Sicherheitspolizei zusammengearbeitet hat und – später aufgenommen in ein US-Zeugenschutzprogramm – zugegeben hat, Pinochet-Kritiker in Washington und Buenos Aires getötet zu haben.
Die Leiche des Dichters war am 8. April exhumiert worden. Er war am 23. September 1973 wenige Tage nach dem Militärputsch gestorben. Als offizielle Todesursache wurde damals ein Krebsleiden angegeben.