Die föderale Agentur für Presse und Massenkommunikation und die Internationale Abteilung der Stiftung Präsidiales B.N. Jelzin Zentrum hat Michail Schischkin (2011 Gewinner des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt) eingeladen, an den Veranstaltungen der offiziellen russischen Delegation auf der internationalen Buchmesse BookExpo America in New York teilzunehmen. Aus Protest gegen die Politik des Kreml hat Michail Schischkin in einem offenen Brief die Einladung abgelehnt und damit in Russland für heftige Reaktionen gesorgt.
Er wolle bei der Buchmesse nicht Vertreter eines Staates sein, mit dessen Politik er kategorisch nicht einverstanden sei, so Schischkin. Seine Entscheidung habe er ohne jegliche Rücksprachen mit den anderen Schriftstellern getroffen, die nach New York eingeladen seien.
„Die politische Entwicklung Russlands, und besonders die Ereignisse des letzten Jahres, haben zu einer für seine Bürger und seine große Kultur absolut unannehmbaren und erniedrigenden Situation im Land geführt. Als Russe und als russischer Staatsbürger schäme ich mich ob der Ereignisse in meinem Land. Wenn ich als Teilnehmer einer offiziellen Delegation eine Buchmesse besuche und von den Möglichkeiten profitiere, die sich dadurch für mich als Autor eröffnen, verpflichte ich mich gleichzeitig dazu, den Staat zu repräsentieren, dessen Politik ich als schädlich für das Land ansehe, ein offizielles System, das ich abstoßend finde.“ „Ich will und werde ein anderes, mein Russland vertreten“, so Schischkin weiter, „ein von den Usurpatoren befreites Land, ein Land, dessen Behörden nicht das Recht auf Korruption schützen, sondern die Rechte des Individuums, ein Land mit freien Medien, freien Wahlen und freien Menschen.“