Im Rahmen eines Festakts in der Frankfurter Paulskirche wurde am Sonntag (24.2.2013) der französische Justizminister a.D. Prof Dr. Robert Badinter mit dem europäischen Wissenschaftspreis Carl Heymann Preis – European Legal Award ausgezeichnet.
Dr. Viviane Reding, Vorsitzende des Kuratoriums, Vizepräsidentin der EU-Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft, lobte Badinter in ihrer Laudatio als juristischen Visionär, Humanisten und großen Europäer. Er sei mitverantwortlich dafür, dass „freiheitliches Leben in Europa“ nach dem zweiten Weltkrieg möglich geworden sei. Sie hob dabei insbesondere sein Engagement gegen die Todesstrafe hervor, wobei sie darauf verwies, dass der Vater Badinters selbst im Konzentrationslager ermordet wurde. Sie plädierte dafür, dass die Krise in Europa nicht zu neuen Mauern führen dürfe.
Der Präsident des Europäischen Gerichtshofes, Prof. Dr. Vassilos Skouris, hob in seiner Festrede hervor, dass der „Rechtsraum Europa“ Wirklichkeit geworden sei. Nicht nur, der Europarat, der für 830 Millionen Menschen grade mit der europäischen Menschenrechtskonvention einen verlässlichen Rahmen geschaffen habe, sei dafür ein Beispiel. Sondern auch der vor nunmehr sechzig Jahren geschaffene Europäische Gerichtshof, der dem Primat des Rechts unterworfen sei, zeige eine unumkehrbare Entwicklung auf. Er appellierte an die Mitgliedstaaten, die besondere Stellung des EuGH zu akzeptieren und sich nicht in Kompetenzdiskussionen zu verzetteln. Die europäische Idee müsse auch auf diesem Weg durchgesetzt werden.
In seiner Dankesrede erklärte der Preisträger, die Europäische Union sei ein Rechtsstaat, „der jedermann die Achtung der Grundfreiheiten zusichert. Nicht ohne Stolz sagen wir europäischen Juristen, dass Europa heute die Weltregion ist, in der die Grund- und Bürgerrechte am besten geschützt werden“, mahnte jedoch zugleich an, „dass wir den ungerechtfertigten und der mehr als fünfzig Jahre langen Geschichte des europäischen Aufbaus unwürdigen Pessimismus bekämpfen müssen“.







