
Die erste Frankfurter Verlagsanstalt wurde 1920 gegründet und war eine Aktiengesellschaft. Sie brachte u. a. das Städtel-Jahrbuch des Frankfurter Städtelschen Kunstinstitutes heraus. Der heutige Verleger Joachim Unseld hat in einem Interview angegeben, die Firma sei 1938 arisiert, also aus jüdischem in nichtjüdischen Besitz überführt worden.
Das Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main konnte das nicht bestätigen, sondern nach den dortigen Unterlagen wurde der Verlag 1938 liquidiert. Aus den Akten des Leipziger Börsenvereins ergibt sich, dass der Verlag zuletzt (auch oder nur?) einen Sitz in Berlin hatte und seine Tätigkeit bereits 1934 eingestellt hat.
Eugen Kogon, der Herausgeber der „Frankfurter Hefte“ (1946 – 1984) und Autor des Bestsellers „Der SS-Staat“ sowie der Schriftsteller Alfred Andersch gründeten 1951 die zweite Frankfurter Verlagsanstalt, die nur wenige Jahre existierte (persönliche Anmerkung: Die Auslieferung oblag der Herderschen Verlagsauslieferung in Frankfurt am Main, in der ich von 1952 bis 1953 tätig war).
1987 kam es wiederum zu einer Neugründung unter diesem Verlagsnamen durch Ida und Klaus Schöffling zusammen mit Henner Löffler als Investor. Nach einem Zerwürfnis des Ehepaares Schöffling mit dem Geldgeber und dem Auszug aller Autoren im Jahre 1992 wurde das Unternehmen an den Haffmanns Verlag in Zürich verkauft, der aber keine neuen Titel mehr herausbrachte.
Das Ehepaar Schöffling startete daraufhin in Frankfurt am Main seinen eigenen Verlag. 1993 verkaufte Haffmanns den Verlag an Joachim Unseld, Sohn des Suhrkamp- und Insel-Verlegers Siegfried Unseld und im Streit bei diesem ausgeschieden. Unseld baute die Frankfurter Verflagsanstalt von Grund auf neu auf. Der erfolgreichste Titel des Verlages wurde der Erstling der Schweizer Autorin Zoë Jenny („Das Blütenstaubzimmer“, 1997), der sich mehr als 500.000 Mal verkaufte. Der Verlag feierte 2012 sein 25jähriges Bestehen unter Bezug auf die Neugründung durch das Ehepaar Schöffling im Jahre 1987. Im Mittelpunkt des Jubiläumsprogramms stand Bodo Kichhoffs Roman „Die Liebe in groben Zügen“.