Zu heftigen Diskussionen kam es auf dem heutigen Branchenparlament über das „aggressive Markt-Auftreten des Unternehmens Libri„. Sogar ein Appell des Sortimenter-Ausschusses wurde dazu verabschiedet [mehr…].
Libri-Geschäftsführer Dr. Moritz Hagenmüller nahm Stellung zu dem Vorwurf, Libri habe mit Gründung seiner Tochterfirma ebook.de den Weg der Partnerschaft mit dem Sortiment verlassen.
Zunächst verwies er auf einen völlig uneinheitlichen Markt: „Es muss doch einen möglichst vielfältigen Handel geben“, betonte er. Die Stärke von Libri sei Handelskompetenz und Marktnähe. Der Branchenverband spiele sich als ein „fürsorglicher Beschützer“ auf, der den E-Book-Vertrieb „teilverstaatlichen“ möchte“, sagte Hagemüller. Gleichzeitig bekannte er eine Schwäche seines Unternehmens: Die White Label Shops der Buchhändler waren nicht integriert. „Diese Schwäche wollen wir ausbessern“, versprach er.
Den Vorwurf, dass Libri Kundendaten von Buchhandlungen für eigene Zwecke nutze (Manfred Keiper), wies Hagenmüller zurück und betonte: „Mit Kundendaten muss sensibel umgegangen werden.“ Auch auf den Vorwurf, dass Käufer des von Libri angebotenen Sony-Readers drei E-Books gratis obendrauf bekämen, ging er ein.
Insgesamt aber verwies Hagenmüller auf die positive Resonanz, die Libri von vielen Buchhändlern auf eBook.de erfahren habe.
„Sie handeln vermutlich juristisch korrekt, politisch jedoch nicht“, fasste Thomas Wrensch, Vorstandsmitglied des Börsenvereins, zusammen. Denn: Der Streit konnte in der heutigen Zusammenkunft nicht beigelegt werden. Aber Parlamentspräsident Matthias Ulmer dankte Hagenmüller für die Libri-Stellungnahme und sagte: „In Ihrer Rolle will hier niemand sein.“
Weitere Berichte von der heutigen Zusammenkunft folgen.
JF







