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Jubel sieht anders aus: Wenig Resonanz im Feuilleton auf Ursula Krechel und den Deutschen Buchpreis [mehr…]. Dabei hat es Verleger Jochen Jung bereits zum 2. Mal geschafft, eine Autorin mit dem – so die Selbstaussage der Preisverleiher – besten Roman des Jahres zu placieren. Die FR meldet gar nix (oder so klein, daß wir es übersehen haben), die FAZ begnügt sich mit einer kleinen Meldung, Die WELT (Elmar Krekeler) meint, in Frankfurt habe die Moral gesiegt – und die SZ quetscht einen kleinen Vierspalter auf die Feuilleton-Titelseite.
Frankfurter Rundschau
Große Literaturbeilage zur Frankfurter Buchmesse – und sie widmet sich vor allem dem Auftritt der Debütanten. Die wichtigsten Neuerscheinungen werden rezensiert, und zum Gastlandauftritt Neuseeland gibt’s ein Interview mit der Autorin Paula Morris (im Feuilleton).
Lob für Christoph Peters’ Wir in Kahlenbeck (Luchterhand) von Jörg Aufenanger.
Wislawa Szymborska Glückliche Liebe und andere Gedichte (Suhrkamp).
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Macht unsere Bücher schöner!“ fordert Andreas Platthaus auf der Titelseite – und er scheint da einer Meinung mit Gert Scobel gestern bei der Buchpreisverleihung, der auch über mangelnde Gestaltung klagte (und mit Hinweis auf Setz’ Indigo – bravourös gestaltet von Judith Schalansky – ein wenig zurechtgewiesen wurde).
Wulf Segebrecht über [Durs Grünbeins neuen Gedichtband Koloß im Nebel (Suhrkamp).
„Der Held als Drecksack“: Emmanuel Carrère Limonow (Matthes & Seitz).
Neue Sachbücher
Michael Ley] Die kommende Revolte (Wilhelm Fink).
Die Welt
Interview mit Nir Baram über Irtan, Netanjahu und die Revolte der jungen Generation.
Süddeutsche Zeitung
„Ironiefreie Meditation“: Peter Handke Versuch über den Stillen Ort (Suhrkamp).
Ein „wegweisendes Buch“: Danielo Heller-Roazen Der innere Sinn (S. Fischer).
Michi Strausfeld Dunkle Tiger. Lateinamerikanische Lyrik (S. Fischer).
Das politische Buch
Jiri Grusa Benes als Österreicher (Wieser)
Christian Weisflog Das explosive Erbe der Sowjets (Orell Füssli)
Ursula Sarrazin Hexenjagd (Diederichs) – daß der Verlag das Buch als „wichtigen Beitrag“ zu aktuellen Debatte bezeichnet, findet Rezensent Johann Osel „hanebüchen“.