
Dass der SPIEGEL eine dritte (Paperback)-Bestsellerliste eingeführt hat [mehr…], hat jetzt zu harscher Kritik von Valora Retail geführt – Valora Geschäftsführer Mathias Gehle (Foto) sagt: Das führt zu einem „Ranking-Dschungel statt zu einer Orientierung für die Leser“.
Der Hintergrund ist allen Buchhändlern klar, die seit 1. Oktober darüber grübeln, wie sie diese dritte Liste im Laden präsent halten sollen. Das Thema war allerdings auch im Börsenverein schon diskutiert worden – eine deutliche

Mehrheit hat sich letztlich dafür entschieden, weil die meisten in einer dritten Liste eher weitere Marketingchancen sehen.
Das sieht man aber wohl nicht nur bei Valora anders: „Die Unterschiede zwischen Taschenbuch und Paperback sind dem Leser kaum zu vermitteln. Sie interessieren unsere Kunden auch nicht, die auf der schnellen Suche nach treffenden Empfehlungen sind“, kritisiert Anja Zimmermann, bei Deutschlands zehntgrößtem Buchhändler Leiterin Category Management und Einkauf Buch. „Mit Einführung der eigenen Liste für Klappbroschuren wird das Ranking aufgebläht und verwässert – bei jährlich 80.000 Neuerscheinungen ist das nicht im Sinne der Verbraucher.“
Statt der bisher insgesamt 80 Hardcover- und Taschenbuch-Bestseller in den Bereichen Belletristik und Sachbuch gibt es mit der neuen Paperback-Liste nun insgesamt 120 SPIEGEL-Bestseller. Beliebte Titel wie die Trilogie „Shades of Grey“ verschwinden von den bekannten Listen und tauchen auf der dritten Liste wieder auf, dafür rücken unbekanntere Titel bei Hardcover und Taschenbuch nach. „Die Relevanz der Listen sinkt, da der Kunde nicht zwischen Paperback und Taschenbuch unterscheidet“, so Gehle.
Der wichtigste Kritikpunkt aber dürfte sein, den viele (vor allem Buchhändler mit kleineren Läden) teilen: „Drei gleichwertige SPIEGEL-Bestsellerlisten mit insgesamt 120 Titeln übersteigen bei Weitem die Kapazitäten kleinerer Ladenflächen.“
Bei Valora Retail wird daher zur Zeit über eine Top-20-Empfehlungsliste nachgedacht, die ein Best-of aus Belletristik und Sachbuch erfasst und das SPIEGEL-Ranking ablösen soll. Schon jetzt hat Valora Retail in seinen P&B und k presse + buch Filialen „sehr erfolgreich“ eine hauseigene Top-10-Liste im Taschenbuch-Bereich.
Valora Retail Deutschland betreibt das bundesweit größte Kiosk-Netzwerk und ist Marktführer im deutschen Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel. Das Unternehmen ist mit seinen Kiosk-Filialen, Presse- und Tabakfachverkaufsstellen, Convenience-Stores sowie Bahnhofsbuchhandlungen an allen hochfrequentierten Lagen vertreten: in Einkaufszentren, Warenhäusern sowie an Bahnhöfen und Flughäfen. Die mehr als 1.660 Filialen teilen sich auf in rund 1.300 Presse- und Tabakfachverkaufsstellen, knapp 175 Bahnhofs- und Flughafenbuchhandlungen sowie 185 Convenience-Stores. Der Unternehmenssitz von Valora Retail Deutschland ist Hamburg. V. Das Unternehmen gehört zum Schweizer Valora-Konzern.







