
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch. Und wenn Sie eine spannende Rezension anderswo finden: Schicken Sie uns schnell eine Mail?
10. Mai: Jahrestag der Bücherverbrennung. Kein „rundes“ Jubiläum – das gibt es erst nächstes Jahr, aber nur ein Feuilleton ist so richtig auf das Thema eingestiegen (die SZ) – siehe unten.
Frankfurter Rundschau
Hochkultur zum herabgesetzten Preis – das findet man eigentlich in jedem Ramschkasten und es wäre keiner Erwähnung wert. Aber: Hier geht es um die neue Reihe Brockhaus Literaturcomics, die auf 64 Seiten Homer, Cervantes, Stevenson, Defoe und Jules Verne neu aufbereiten. Damit hat es Brockhaus direkt auf die Titelseite der FR geschafft. Was aber vor einem Rüffel nicht schützt: nur Kunsthandwerk sei leider herausgekommen, schreibt Christian Schlüter.
Nachruf auf Maurice Sendak.
Germaine Greers bissige Gartenkolumnen Heckengeflüster (Schöffling)
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Endlich. In Peking wurde Ai Weiweis Klage gegen die Steuerbehörde angenommen. Ein kleiner Sieg für den von den Kommunisten kujonierten Künstler, der natürlich jeden Fortgang der Geschichte im Internet dokumentieren wird.
„Sein Afghanistan ist überall“: Atiq Rahimi Verflucht sei Dostojewski (Ullstein) – Raskolnikow ist ins Kabul der 90er Jahre versetzt.
Bei Dao erzählt aus dem Exil – in seinen bei Weidle erschienenen Essayband Gottes chinesischer Sohn.
Neue Liebeslyrik von Gerald Zschorsch: Es war einmal eine Frau (Berlin).
Neue Sachbücher
Unter den Augen des Preußenadlers – eine Dokumentation einer preußische Delegation nach Japan vor 150 Jahren (Iudicium).
Petra Dickmann Biosecurity (Transcript) – Risiken biomedizinischer Forschung.
Die Welt
Interview mit Alaa al-Aswani, der vor ein ägyptisches Militärgericht soll – angeblich habe er zur Zerstörung des ägyptischen Staates aufgerufen.
Süddeutsche Zeitung
„Große Literatur gehört nicht mehr zur Gegenwart“ behauptet Hannelore Schlaffer. Von einer Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der LMU in München könnte man eigentlich erwarten, daß sie sich ein umsieht auf dem Büchermarkt. Aber: Nichts ist so alt wie das ewige Totsagen einzelner Genres oder gleich der ganzen Literatur – die Annalen sind voll davon. Und: Gestimmt hat es nie.
Das Buch zum heutigen Tag: Jörg Magenau rezensiert Werner Fulds Buch der verbotenen Bücher (Galiani). Ein furioses Werk, spannend und informationsreich, und Magenau stört sich nur an kleinen Passagen im Kapitel über die DDR-Literatur. Eine Universalgeschichte ist Fuld gelungen, die natürlich auch eine Universalgeschichte der Dummheit ist: nämlich derer, die Bücher verbieten. Seit antiken Zeiten stehen sie hinterher ziemlich doof da. Aber mancher will es halt so…
Aus der Erzählkurve geflogen: Marc Weitzmann Mischehe (Schöffling) – Joseph Hanimann ist nicht rundum glücklich mit dem Werk.