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Martin Roda Becher eröffnet eine Ausstellung über seinen Vater: „Ulrich Becher als Zeichner und Maler“

Großer Auftritt gestern Abend in Berlin: Mit einer Lesung aus Ulrich Bechers Roman Kurz nach 4 (Arco) wurde in der bis auf den letzten Platz besetzten Galerie des Roten Antiquariats eine Ausstellung mit Werken des Malers und Schriftstellers eröffnet.

Martin Roda Becher

„Ulrich Becher als Zeichner und Maler“ sei die erste Ausstellung mit Bildern von Ulrich Becher in seiner Geburtsstadt Berlin, betonte Antiquar Christian Bartsch. Becher, Jahrgang 1910, war der einzige Malerschüler von George Grosz. Doch er war nicht nur Grafiker, Zeichner und Maler, er hatte auch eine große schriftstellerische Begabung, lobte Bartsch. 1932 erschien Bechers literarisches Debüt Männer machen Fehler, das die Nazis 1933 verbrannten. Ein Exemplar des Buches ist auch in der Ausstellung zu sehen.

Bekannt wurde Becher nach dem Krieg mit seinem Theaterstück Der Bockerer, das nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Wien zu einem großen Erfolg wurde. Als Becher 1990 starb, war er bei vielen wieder in Vergessenheit geraten. Knapp zehn Jahre später, pünktlich zum 100. Geburtstag des Autors wurde sein Roman Murmeljagd (Schöffling) aus dem Jahr 1969 neu aufgelegt und von der Kritik gefeiert.

Nun ist Ulrich Becher neu zu entdecken. Im Arco Verlag ist sein Roman Kurz nach 4 aus dem Jahr 1957 erschienen. Die Bilder Bechers boten in der gut besuchten Galerie eine schöne Kulisse für die Lesung. Bechers Sohn, der Autor Martin Roda Becher (Foto) war eigens nach Berlin gereist. Er las gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Agnes Dünneisen, und Arco-Verleger Christoph Haacker. Die verschiedenen Stimmen spiegelten die Sprache des Autors aufs Schönste. Das Publikum war begeistert und forderte eine Zugabe.

Die Verkaufsausstellung mit Zeichnungen, Aquarellen und Monotypien ist noch bis zum 23. Mai in der Knesebeckstraße 13/14 in Charlottenburg zu sehen. Wer nicht nach Berlin kommt: das Buch (mit einem ausführlichen Nachwort Christoph Haakers sowie einigen Becher-Illustrationen) ist auch so ein Erlebnis und gibt Einblick in das Leben des 1990 gestorbenen Künstlers und „fast vergessenen Teufelskerls“ (Eva Menasse).

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