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Heinold fragt: Wer war’s?

Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Der Verlag, nach dem wir heute suchen, wurde eigens für einen Bestsellerautor ins Leben gerufen. Eine mehrbändige Reihe mit Erzählungen hatte bereits zu seinen Lebzeiten eine Auflage von 1,6 Millionen Bänden erreicht.

Rund ein Jahr nach seinem Tod taten sich der Verleger dieser Reihe, seine Witwe und ein junger Jurist zur Gründung eines nach dem Autor benannten Verlags zusammen.

Der Jurist übernahm die Geschäftsführung, fasste das auf verschiedene Buch- und Zeitschriftenverlage zerstreute Werk des Autors in einer Gesamtausgabe zusammen, wehrte sich gegen eine Rufmordkampagne, die die letzten Lebensjahre des Schriftstellers verdüstert hatte, und beendete einige Prozesse um verlagsrechtliche Fragen.

Skandalberichte in der Presse hatten auf dem Höhepunkt des Erfolgs des Autors enthüllt, dass er vor dem Beginn seiner literarischen Karriere wegen Betruges und Hochstapelei mehrfach zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen erurteilt worden war. Der Absatz der Erfolgsreihe war daraufhin dramatisch gesunken, im Todesjahr des Autors auf 77.000 Exemplare. Im Gründungsjahr des neuen Verlags, der die Reihe fortführte, belief er sich nur noch auf 14.000 Exemplare.

Der neuen Firma gelang es, den Ruf und die Popularität des Autors wiederherzustellen und den Verkauf auf ungeahnte Höhen zu führen. Innerhalb der ersten rund 30 Verlagsjahre stieg die Gesamtauflage auf 9,4 Millionen Bände. Das Unternehmen konnte allerdings nach Kriegsende seine Arbeit in der Sowjetischen Besatzungszone – der späteren DDR – nicht weiterführen. Aus ideologischen Gründen blieb sein Stammautor dort lange Jahre verfemt. Andererseits verhinderten rechtliche Gründe die Fortsetzung der Verlagsarbeit in der Bundesrepublik unter der alten Verlagsbezeichnung. So entstand in Bayern ein neuer Verlag, der seinen Namen einem der Bücher des Autors entlieh. Auch kamen Teile des Werkes in verschiedenen deutschen und österreichischen Verlagen als Lizenzausgaben heraus- –seinerzeit ein Verwirrspiel für den Buchhandel. Erst 1960 konnte der alte Name wieder angenommen werden.

Das 1928 am Gründungssitz im letzten Wohnhaus des Autors etablierte Museum konnte trotz aller Vorbehalte des Regimes die DDR überleben und lockt bis heute Fans des Autors aus aller Welt an.

Als die deutsche Literaturwissenschaft entdeckte, dass man den erfolgreichen Schriftsteller nicht einfach in der Schublade „Trivialliteratur“ ablegen könne, entspann sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Debatte nicht nur um sein Lebenswerk, sondern auch um die Bearbeitungs- und Editionspolitik des Verlages.

Ein Nachkomme des Juristen, der einer der drei Verlagsgründer war, führt den Verlag heute in dritter Generation. Im Mittelpunkt stehen noch immer Neuauflagen und Reprints aus der Feder des Autors, der dem Verlag seinen Namen gibt. Ergänzend zu seinen Büchern werden schon seit längerer Zeit Hörbücher herausgebracht. Ein umfangreiches Angebot von Sekundärliteratur sowie Veröffentlichungen anderer Autoren der Literaturgattung, deren Promoter der Namensgeber war, runden das Verlagsprogramm ab. Im Jahre 2012 wird seines 170. Geburts- und des 100. Todestages gedacht.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag und mit welchen beiden Verlagssitzen in Bayern und Sachsen tritt er heute auf?

Senden Sie die Lösung an heinold@buchmarkt.de. Einsendeschluss ist der 16. April 2012. Unter den Einsendern, deren Lösung komplett und richtig ist, verlosen wir ein Exemplar „Bücher und Buchhändler“ (Bramann) von Wolfgang E. Heinold.

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