Zum ersten Mal wurden die ITB Buchawards in der Halle des Partnerlandes, in diesem Jahr war es Ägypten, verliehen. Auf die farbenprächtige Showbühne eingeladen hatte der ägyptische Tourismus-Minister Mounir Fakhry Abdel Nour, der die Veranstaltung auch einleitete und David Ruetz, dem Senior Manager der Messe, ein Anch, das ägyptische Kreuz, als Geschenk überreichte.

Im Gegenzug bedankte sich Ruetz mit einem Berliner Bären aus Porzellan. Durch die Veranstaltung, die in Rücksicht auf die Gastgeber komplett in englischer Sprache abgehalten wurde, führte auch in diesem Jahr wieder die TV-Moderatorin Mary Amiri. Burghard Rauschelbach (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) verkündete die Award-Preisträger in den 27 Kategorien, die nicht nur eine Urkunde, sondern auch eine gläserne Weltkugel überreicht bekamen.

Die Laudatio auf Dr. Volkmar Mair, den diesjährigen Lebenswerk-Preisträger, hielt David Ruetz. Der fast 81-Jährige Mair, der in Begleitung seiner Tochter und Nachfolgerin Stefanie Mair-Hyudts kam, freute sich sichtlich über diese Auszeichnung, aber noch mehr darüber, dass der Generationenwechsel bei Mairdumont so erfolgreich verlaufen ist. Mair-Hyudts war nämlich nicht nur als Stütze ihres Vaters dabei: Die Verlegerin konnte auch selbst eine Urkunde mit nach Hause nehmen – für das Marco Polo-Kunst-Buch und den Guide „My New York City“, den der Ende letzten Jahres verstorbene Künstler James Rizzi gestaltet hatte.
Extra nach Berlin gekommen war auch Verleger Wolfgang Kunth, dessen Reisebildband „Wundervolle Erde“ mit einem Award bedacht wurde.
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Zum ersten Mal wurde hier auch der erste ITB Weltmusikpreis 2012 verliehen, der ebenfalls dem offiziellen Partnerland Ägypten gewidmet war. Er zeichnet zwei Musiker aus, „denen es in besonderer Weise gelingt, in der Verbindung ägyptisch-arabischer Klänge mit westlichen Rhythmen ein internationales Publikum zu begeistern”.
Im arabischen Raum und vor allem in Ägypten ein Superstar, im deutschsprachigen Raum aber leider eher unbekannt, ist der in Port Said geborene Sänger und Komponist Amr Diab. Er gilt als Vater des Mediterranen Sounds – ein elektrisierender Mix aus westlichen und ägyptischen Musikelementen. Seinen größten Erfolg erzielte Amr Diab 1996 mit dem Song „Nour El Ain”, dessen Refrain „Ya Habibi“ nicht nur im gesamten Nahen Osten, sondern auch in Indien, Spanien oder Südamerika ein Mega-Hit war. Das Stück gilt bis heute als wohl erfolgreichste Aufnahme, die ein arabischer Sänger jemals produziert hat, und es eröffnet seine Referenz-Einspielung „Greatest Hits” (EMI Arabien), für die Amr Diab nun ausgezeichnet wurde. Ägyptenreisende stimmt es emotional und mit Gänsehaut-Feeling auf das moderne und musikalische Land am Nil ein.
Den Zauber des Orients und Nordafrikas vermittelt die Sängerin Natacha Atlas mit ihrer „extrovertiert sinnlichen, variationsreichen Musikalität und ihrer vielschichtigen Traumstimme“, wofür sie mit dem Weltmusikpreis der ITB Berlin prämiert wurde. Die in Brüssel geborene und in den USA lebende Sängerin mit ägyptischen Wurzeln bringt Klassik, hypnotische Dance- und Elektrobeats, Voice- und Jazzelemente auf ihrer aktuellen CD „Mounqaliba. In A State Of Reversal” (World Village) zum Schwingen. Juror Jürgen Deeg: „Arrangeur Samy Bishai und Produzent Paul Castle haben mit ‚Mounqaliba’ eine intelligente und vielschichtige Produktion geschaffen die den idealen Rahmen für die Stimme von Natcha Atlas bereitet. Der Titel ‚Batkallim’ im ambient Clubsound ist das Highlight einer CD, die uns auf einen Streifzug durch die Musikkultur des Orients einlädt.“ Natacha Atlas ist neben ihrer Solo-Karriere auch Sängerin der Gruppe Transglobal Underground und arbeitet zudem mit Jean Michel Jarre, Peter Maffay, Nigel Kennedy und Sarah Brightman.