
Marschall, Dr. Jörg Meyer, Barbara Schleihagen,
Geschäftsführerin dbv, Prof. Tom Becker,
Fachhochschule Köln, Mitglied des BIB-
Bundesvorstandes (im Foto hinten v.l.); vorne: Sari
Feldman, Andreas Haderlein
E-Books, virtuelle Hörbücher, Social Media, Smartphones, Tablet-PCs: Rund 53 Prozent der Deutschen gehen laut einer Studie von TNS Emnid davon aus, dass im Jahr 2021 vorwiegend auf Tablet-PCs oder E-Readern gelesen wird. Auch die öffentlichen Bibliotheken nehmen diesen Trend auf: Bereits zehn Prozent von ihnen bieten E-Books für ihre Nutzer an, so Dr. Jörg Meyer, Geschäftsführer der Firmen ekz.bibliotheksservice und DiViBib GmbH in Reutlingen und Wiesbaden.
Können die öffentlichen Bibliotheken mit diesem Angebot in der digitalen Welt bestehen? Wie wirken sich die neuen Medien auf Personalentwicklung, kommunale Politik und das der Bibliotheken zu den Verlagen aus? Um diese Fragen ging es bei der Konferenz „Chancen 2012: Öffentliche Bibliotheken in der digitalen Welt“, die der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv), der Berufsverband Information und Bibliothek e.V. (BIB), die DiViBib GmbH und die ekz.bibliotheksservice GmbH als Dienstleister für Bibliotheken mit Sitz in Reutlingen gemeinsam am 9. Februar in Stuttgart veranstalteten.
„Bibliotheken gehören mit 205 Millionen Besuchern im Jahr 2011 zu den meist besuchten Kultur- und Bildungseinrichtungen in Deutschland. Mit der Konferenz haben wir offensichtlich den richtigen Nerv getroffen: Nach knapp drei Wochen war die Tagung komplett ausgebucht“, sagt Monika Ziller, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes. 260 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet, aus Österreich, der Schweiz und Südtirol, aus kleinen und großen Bibliotheken kamen im Stuttgarter GENO-Haus zusammen, um sich mit den Schlüsseltrends des digitalen Wandels zu beschäftigen.
Immer mehr öffentliche Bibliotheken wagen den Schritt ins Web 2.0 und verleihen auch ihre
Medien digital. Darüber hinaus stehen den Nutzern vor Ort PCs mit Online-Anschluss zur
Verfügung. „Bibliotheken werden so zunehmend zu attraktiven Lernorten und Lotsen in der
digitalen Welt“, so Kirsten Marschall, Vorsitzende des Bundesverbandes Information
Bibliothek. Andreas Mittrowann, Bibliothekarischer Direktor der ekz, ergänzt: „Wir gehen aus, dass sich digitale Medien als festes Format in Bibliotheken etablieren werden – die Kompetenz der Mitarbeiter und die strategische Ausrichtung müssen sich entsprechend
anpassen.“
Mit der Vorstellung der Studie „Die Netzgesellschaft“ von Andreas Haderlein, Leiter der
Zukunftsakademie, und mit Referentin Sari Feldmann aus den USA, die über die Toptrends
der technologischen Bibliotheksentwicklung auf der anderen Seite des Atlantiks berichtete,
starteten die Teilnehmer ihre Reise in die digitale Welt. Sechs Themenforen zu
Personalentwicklung, zu Bibliotheken in der E-Gesellschaft, zur Onleihe, zur Zukunft des
Sachbuchs oder zu Strategien für kleine Bibliotheken schlossen sich an. Ein
Rahmenprogramm mit Führungen durch die neue Stuttgarter Zentralbibliothek rundete die
Konferenz ab.
Weitere Informationen: http://chancen2012.ekz.de.