Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser Berlin, Frankfurt, Graz, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Rostock, Salzburg, Stuttgart und Zürich werden dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu den diesjährigen Preis der Literaturhäuser verleihen.
Sie ehren damit Feridun Zaimoglu, geboren am 4. Dezember 1964 in Bolu, Türkei, seit 1965 in Deutschland lebend, als einen Autor, der sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat.
„Was Feridun Zaimoglu vorliest, es wird nicht beschrieben, es passiert – auf der Bühne, vor den Augen des Publikums. Mit unnachahmlicher Emphase schlägt Zaimoglu den Sätzen den Takt. Seine Romane – von Kanak Sprak über Leyla bis Ruß – mäandern zwischen analytischer Präzision und Liebesbrand, greifen mit vollen Händen ins Grimmsche Wörterbuch und suchen nicht zu verbergen, dass auch das dramatische Schreiben zu den Leidenschaften des Autors zählt. Zaimoglu ist überdies ein streitbarer Gesprächspartner und ein Verfasser risikofreudiger Essays, etwa über „die Aufklärung als Opium der aufstrebenden Bürgerklasse“ oder über den „Kulturkampf in Deutschland“, über Kopftuch und Minarett. Insgesamt offenbaren sich in Zaimoglus Arbeiten gerade jene Personengruppen als besonders stimmhaft, die in der gegenwärtigen Gesellschaft, beziehungsweise in ihrem Rücken, nur schwer hörbar sind“, heißt es in der Begründung der Jury.
Der Preis, der jährlich während der Leipziger Buchmesse einer Schriftstellerin, einem Schriftsteller für die besondere Vermittlung ihrer Werke verliehen wird, besteht aus einer Lesereise durch alle im Netzwerk zusammengeschlossenen Literaturhäuser und ist mit € 11.000,– dotiert.
Feridun Zaimoglu wird vom 21. März bis 24. Mai 2012 zu Leseabenden durch die Literaturhausstädte reisen. Die Auftritte des Preisträgers und die Laudationes zu seinen Ehren finden statt am:
16.03. Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse, 17.30 Uhr, Blaues Sofa
17.03. Gespräch mit dem Preisträger am Stand von ARTE tv, Leipziger Buchmesse
21.03. Literaturhaus Berlin
26.03. Literaturhaus Leipzig
03.04. Literaturhaus Rostock
04.04. Literaturhaus Hamburg
03.05. Literaturhaus Graz
08.05. Literaturhaus Salzburg in Kooperation mit der Universität Salzburg
(Veranstaltungsort: Edmundsburg (Zweig-Centre))
15.05. Literaturhaus Köln
16.05. Literaturhaus Frankfurt
22.05. Literaturhaus Stuttgart (Veranstaltungsort: Theaterhaus)
23.05. Literaturhaus München
24.05. Literaturhaus Zürich
Frühere Preisträger waren Ulrike Draesner (2002), Bodo Hell (2003), Peter Kurzeck (2004), Michael Lentz (2005), Uwe Kolbe (2006), Sibylle Lewitscharoff (2007), Anselm Glück (2008), Ilija Trojanow (2009) und Thomas Kapielski (2010) und Elke Erb (2011).