
Seit Nikolaustag fragen wir bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute beantwortet Katja Böhne, Vice President Marketing & Corporate Communications der Ausstellungs- und Messe GmbH unseren „anderen Fragebogen.“
1
Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Der Buchmessensonntag abends, 18 Uhr (sehr befreit), 25. Juli in Nordschweden abends Fischgrillen am Strand (sehr romantisch) und der 1. Schultag meiner kleinen Tochter (sehr ergreifend).
2
Worüber haben Sie sich 2011 am meisten geärgert?
Über Fukushima, aber nicht nur geärgert, sondern nachhaltig entsetzt die Luft angehalten
3
Was war 2011 Ihr schönster Erfolg?
Dass die Medien und die breite Öffentlichkeit den Wandel der Buchmesse von der reinen Buch- hin zur Inhaltemesse nachvollzogen haben.
4
Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Dass es uns nicht gelungen ist, den arabischen Frühling noch prominenter auf der Frankfurter Buchmesse darzustellen. Unsere Aktivitäten sind leider etwas untergegangen.
5
Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
René Kohls Online-Buchhandel Kohlibri. Und der Dryas / Goldfinch Verlag. Alles hoffnungsvoller Nachwuchs, der mit enormem Enthusiasmus (oder wie man das schreibt) zu Werk geht, nicht locker lässt und Bücher liebt. Und aus dem Libanon: Der Verlag Dar Onboz www.daronboz.com.
6
[Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Von schönfärberischen Verlautbarungen aus der Politik, dass Bildung Priorität in Deutschland hat. Ich erlebe etwas anderes.
7
Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Über neue Ideen fürs Copyright, d. h. neue Ideen zum Thema wie man Kreativität tief im Bewusstsein und in den Strukturen unserer Gesellschaften verankert.
8
Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?
Zu glauben, dass ich die Frankfurter Buchmesse in ihrer Komplexität erfasst habe.
9
Und welchen Fehler werden Sie wiederholen?
Zu glauben, dass ich lerne, mit der enormen Informations- und Innovationsflut in unserer Branche (und überhaupt) durch Disziplin einerseits und lässiges Ignorieren andererseits umzugehen.
10
Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?
KBo: Ach ach ach, es sind so viele: „Schattenfuchs“ von Sjön, „Snowcrash“ von Neal Stephenson (das ich jetzt erst entdeckt habe und das prophetisch vor Jahren viele Internet-Entwicklungen vorausgesagt hat), „Die Kältezentrale“ von Inka Parei.
11
Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Haha, das ist wohl eine Fangfrage. Ich schätze aber, dass mich im Januar besonders „Der Spielfaktor: Warum wir besser arbeiten, wenn wir spielen“ von Arne Gillert beschäftigen wird. Ich sagen Ihnen Bescheid, wie es danach weitergehen wird.
12
Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Sonja Vandenrath, Kulturamt der Stadt Frankfurt und „open books“-Organisatorin.
13
Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Wann kommen Sie endlich persönlich in der „Buchmarkt-„Redaktion persönlich vorbei?
14
Hier können Sie die auch beantworten.
Am 2. April 2012, pünktlich zum Mittagessen.
Morgen fragen wir Olaf Carstens; gestern antwortete Vito von Eichborn [mehr…].