
Mit einer Lesung von Jan Peter Bremer feierte Friederike Zöllner gestern Abend die Eröffnung ihrer Buchhandlung Buchlokal in der Ossietzkystraße in Berlin Pankow.
Es wurde eng in dem 80 Quadratmeter großen Eckladen, so groß war der Ansturm der Nachbarn, Freunde und Branchenkollegen. „Schon während der Umbauphase haben sich Passanten die Nase platt gedrückt“, hat Friederike Zöllner beobachtet. Beste Voraussetzungen also für einen guten Start an dem Standort zwischen Kiezzentrum und Schlosspark.
Ein Laden in dem Stadtteil, in dem sie mit ihrem Mann Uli Hörnemann, Vertriebsleiter beim Bloomsbury Verlag, und ihren beiden Söhnen lebt, hat Friederike Zöllner schon länger geplant. Dass es ein Buchladen wurde, lag für die gelernte Buchbinderin, die zuvor zehn Jahre im Vertrieb von Schwarzkopf & Schwarzkopf gearbeitet hat, nahe. Sie besuchte einen Existenzgründerkurs, lotete die Perspektiven aus und erstellte einen Businessplan, der die Bank überzeugte.
„Schöne Bücher entdecken und genießen“ – unter diesem Motto lädt Friederike Zöllner ihre Kunden ein, in ihrem erlesenen Sortiment mit den Schwerpunkten Kinder- und Jugendbuch und Belletristik zu stöbern. Mit regelmäßigen Veranstaltungen will sie ihr Buchlokal zusätzlich im Gespräch halten. Unterstützung bekommt sie von den zwei erfahrenen Buchhändlerinnen Katrin Dobberstein und Gabriele Meyer.
Ebenso wie bei der Auswahl des Sortiments legt Friederike Zöllner auch bei der Inneneinrichtung großen Wert auf Individualität. Ein Grafiker aus der Nachbarschaft gestaltete das Logo nach ihren Wünschen. Ideengeber war übrigens Franziska Biermanns Kinderbuch Herr Fuchs mag Bücher (Bloomsbury).
Die flexiblen Regale und Tischelemente gab sie in der Manufaktur STOCUBO des Berliner Holzkünstlers Stefan Oberhofer in Auftrag. Akzente setzt sie mit einem ausrangierten Flügel, den ein Tischler zum Bücherregal für die Kunstbücher umbaute. Und für die Kinderbücher gestaltete eine Holzkünstlerin Birkenholzregale, die die Buchstaben L, E, S, E, N bilden. Die Ideen werden der kreativen Unternehmerin wohl so schnell nicht ausgehen. Im Frühjahr plant sie im Buchlokal auch ein Café: Sobald die Temperaturen steigen, sollen dann Tische vor dem Laden zum Verweilen einladen.
ML