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4. E-Book-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels im Zeichen durchdachter Geschäftsmodelle

In der 4. E-Book-Konferenz war kein Platz für Traumtänzereien. Die über 80 Teilnehmer aus Verlagen, Handel und Dienstleistern, die sich gestern im Münchner Literaturhaus versammelten, standen allesamt auf dem Boden der Tatsachen.

Die Tatsachen: Der E-Book-Markt ist 2011 zu einem wahrnehmbaren Umsatzfaktor geworden – nicht für alle Teilnehmer, aber für viele. Amazon, der Rule-Breaker in so vielen Geschäften, ist auch in Deutschland im Markt. Der Tablet-PC als alternatives Lesegerät für E-Books ist für den deutschen Markt zur wichtigsten Plattform für das digitale Lesen geworden; im Bereich der dedizierten E-Book-Reader und bei den Inhalte-Anbietern ist schon die erste Bereinigungs-und Fusionswelle durchs Land gegangen.

Hervorragend organisiert, mit ausgezeichneten, hochkarätigen Sprechern besetzt und perfekt moderiert durch Christian Guggemos (ciando), zeigte die Tagung vor allem eines: Die Unternehmen agieren nicht mehr allein nach dem Prinzip Hoffnung, sondern auf der Basis wohl erwogener Strategien und Geschäftspläne. So präsentierte Dr. Ulrich Hermann von Wolters Kluwer Deutschland das neue Portal Jurion als revolutionäre Verflechtung von gesicherter Rechtsinformation und juristischen Inhalten, die mithilfe von Social Media-Techniken aggregierte und geteilt werden [mehr…], [mehr…].

Jan Henne de Dijn, Geschäftsführer der Langenscheidt-Gruppe und ursprünglich in der Welt des Home Shopping-TV zu Hause, machte deutlich, dass die „1000 Langenscheidt-Apps“ nur die Oberfläche sind, unter der das komplette Haus völlig neu strukturiert wurde, damit das Thema der Sprachinformation Medien übergreifend verstanden und betrieben werden kann.

Oliver Pux von Lübbe zeigte, wie man es anstellen kann, als Anbieter von Texten den Gesetzen des App Marketing bei Apple erfolgreich genüge zu tun und durch geschickte Anreicherung der Erzählung mit spielerischen Elementen Schichten und Generationen anzusprechen, deren Konsumgewohnheiten sich an Computerspielen orientieren.

In Podium und Publikum waren die großen deutschen Player gut vertreten – die internationalen fehlten weitest gehend. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Fronten im Wettbewerb tatsächlich anderswo liegen, als in der breiten Branchenöffentlichkeit gedacht?

Michael Lemster

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