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Wirtschaftswoche: Weltbild-Chef Carel Halff wehrt sich gegen Zerschlagung

Carel Halff

„Verkauf des Verlags nur als Ganzes sinnvoll“ steht über dem Beitrag von Peter Steinkirchner aus der aktuellen Wirtschaftswoche, der schon im Netz zur Verfügung steht. Im Interview macht Halff klar, warum er sich gegen eine Zerschlagung des von ihm [mehr…] aufgebauten „größten deutschen Buchhändlers, dem Weltbild-Verlag“ wehrt.

Interessant und mindestens genauso spannend sind die ersten Kommentare, die auf Grund des Beitrages dort zu lesen sind – etwa, dass die Kirche in Deutschland einer der größten Arbeitgeber mit mehr als 1 Mio. Beschäftigten und etwa 30.000 Firmen sei . Deswegen wird etwa spekuliert, dass das Thema Erotik kaum ein Grund sein könne, Weltbild loswerden zu wollen: „Im Münchener Kirchenradio ist ein interessanter Artikel erschienen http://www.muenchner-kirchenradio.de/weltkirche/weltkirche/article/d-kein-signal-zum-rueckzug.html, der klar mache, bis zu einem gewissen Grad müsse sKirche bei ihren weltlichen Unternehmen auch mit unethischen Implikationen rechnen. …. „Die wahren Ursachen für die Verkaufsentscheidung bleiben also im Dunkeln und sind in einer von Männerbündeleien und Mauscheleien im Kreuzgang von Klöstern bestimmten Gedankenwelt auch schwer zu beleuchten. Vielleicht sind es einfach auch nur persönliche Aversionen bestimmter Menschen in der Kirche gegen die Führung des Weltbild-Konzerns gegen Halff oder andere. Auch andere katholische Verlage wie St. Benno, Herder, Sankt Ulrich etc. hätten sich zu einem Konzern mausern können, sind aber Klitschen geblieben, weil sie nicht das richtige Führungspersonal hatten oder sich nicht geöffnet haben. Da ist ein breites Feld für innerkirchlichen Neid, von dem auch Kleriker und Kirchenmitarbeiter nicht frei sind“.

Auf der Webseite http://weltbild-verdi.blogspot.com sollen, so die Aufforderung des Betriebsrates, alle Mitarbeiter mit Hilfe der Kommentarfunktion ihre Meinung sagen und auf diesem Weg ihre Fragen, Anregungen und Forderungen ganz unkompliziert (namentlich gekennzeichnet, unter Pseudonym oder aber anonym) veröffentlichen.

Am 25.11. hatte der Augsburger Betriebsrats diese Pressemitteilung versandt:

„Weltbild-Betriebsrat lädt Bischöfe ein“:

Auf der Betriebsversammlung vom 24.11.11 wurde ein erster wichtiger Schritt in Richtung Zukunftssicherung gemacht.

Nachdem Geschäftsführer Carel Halff einen Zukunftstarifvertrag morgens noch strikt abgelehnt hatte, sagte er am Nachmittag die Aufnahme von Verhandlungen öffentlich zu.

Mit dem Zukunftstarifvertrag wollen Betriebsrat und Gewerkschaft die legitimen Interessen der Beschäftigten sichern.

Eine neu gebildete Tarifkommission wird unmittelbar die Verhandlungen aufnehmen.

Die Kernpunkte der Gespräche werden sein:

Keine betriebsbedingten Entlassungen
Festhalten an den bestehenden Tarifverträgen
Bestand aller bisherigen Betriebsvereinbarungen
Erhalt des Standorts Augsburg
Keine Zerschlagung der Unternehmensgruppe

Der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz brachte die Forderungen der Beschäftigten auf den Punkt:

„Klare Verträge statt weicher Worte!“

Der Betriebsrat fordert die Eigentümer des Unternehmens (die Bischöfe von 12 Diözesen) auf, ihrer Verantwortung gegenüber den 6.400 Mitarbeitern und ihren Familien gerecht zu werden. Er erwartet von den Bischöfen, dass sie der Geschäftsführung für die Verhandlungen zum Zukunftstarifvertrag einen klaren Auftrag erteilen.

Für die nächste Betriebsversammlung, die noch vor Weihnachten stattfinden wird, lädt der Betriebsrat die Bischöfe Zdarsa (Augsburg) und Marx (München) ein, vor der Belegschaft ihre Position zu erläutern und sich den Fragen der Mitarbeiter zu stellen.

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