
Die Kinderbuchverlage BaoBab, Bajazzo und Nord-Süd stellten sich gestern Abend in der Schweizer Botschaft vor. Botschaftsrätin Gabriela Eigensatz (Foto) begrüßte knapp 80 Buchhändlerinnen und Buchhändler aus Berlin und Brandenburg und versprach einen lehrreichen Abend.
Die Veranstaltung war die vierte und letzte einer Reihe, mit der sich Schweizer Verlage in Berlin präsentierten. Die Resonanz auf die Gemeinschaftsveranstaltung des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands und des Berliner Landesverbands war überwältigend, was wohl auch an den repräsentativen Räumen der Schweizer Botschaft lag. Marianne Sax, die Präsidentin des Schweizer Verbands, freute sich, so manchen Stammgast unter den Besuchern zu entdecken.
Bajazzo Verlegerin Ingrid Rösli führte durch die Geschichte und das Programm ihres Verlags, der seit 14 Jahren anspruchsvolle Bücher macht, die nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger drohen, sondern Spaß machen dürfen. Zugleich gab sie einen Ausblick auf das Frühjahrsprogramm 2012. Unter anderem können wir uns auf ein außergewöhnliches Buch von Isabel Pin freuen. Wenn ich ein Löwe wär macht sicher Spaß und könnte an den Erfolg ihres Bestsellers Die Geschichte vom kleinen Loch anknüpfen, die mittlerweile in sieben Sprachen übersetzt ist.
Andrew Rushton, der stellvertretende Geschäftsführer, und Pressesprecherin Anja Vrachliotis führten in zwanzig Minuten durch die Geschichte des Nord-Süd-Verlags, der in diesem Herbst sein 50-jähriges Bestehen feiert. Auch im nächsten Jahr finden sich einige Jubiläen im Verlagsprogramm: Der Regenbogenfisch, der in 50 Sprachen übersetzt ist, wird 20, der Kleine Eisbär Lars 25 Jahre alt. Dem Handel bietet der Verlag ein Eisbär-Kostüm zum kostenlosen Verleih. Außerdem wird in einer Reihe in Kooperation mit UNICEF die Geschichte Fatima und der Traumdieb von Rafik Schami in neuer Ausstattung erscheinen.
Von Anfang an zog Baobab-Verlegerin Sonja Matheson aus Basel das Publikum in ihren Bann. Unter anderem zeigte sie wie das Buch Das machen wir der Künstler Ramesh Hengadi und Shantaram Dhadpe in Indien entstanden ist. Der Verein Baobab Books, der die Darstellung kultureller Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur fördert, will mit seinen Publikationen zum Dialog und zur Reflexion über das kulturelle Selbstverständnis anregen. „Wir machen runde Bücher, die auch in den Herkunftsländern etwas bewegen“, so Sonja Matheson. Dass Baobab auch Unterrichtsmaterialen anbietet, überraschte viele Gäste. Neben Arbeitsblättern für den Unterricht enthalten sie Hintergrundinformationen zum Buch sowie zum jeweiligen Kultur- und Themenkreis. Ein Blick auf die Website lohnt sich: http://www.baobabbooks.ch/. Zum Abchluss forderte die Verlegerin die Gäste in der Botschaft auf, selbst Botschafter zu werden: „Botschafter unserer Verlage.“
ML