Am Morgen des 1. November ist der Göttinger Literaturwissenschaftler und Publizist Heinz Ludwig Arnold verstorben. Der 1940 in Essen geborene Arnold studierte in Göttingen Literaturwissenschaft und gründete 1963 die Zeitschrift TEXT + KRITIK, die er bis zu seinem Tod herausgegeben hat.
1978 erfand er das »Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« als Loseblattsammlung, dazu fünf Jahre später das Pendant zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur; zuletzt hat er 2009 die von Grund auf erneuerte 3. Auflage von »Kindlers Literatur Lexikon« erarbeitet.
Arnold hat er zahlreiche Bücher zur deutschen Literatur geschrieben und herausgegeben, u.a. eine elfbändige Anthologie »Die deutsche Literatur seit 1945«, eine Rowohlt-Monographie über »Die Gruppe 47« sowie, gemeinsam mit Heinrich Detering, den mittlerweile in der 9. Auflage lieferbaren Band »Grundzüge der Literaturwissenschaft«.
Zuletzt ist die Edition seiner in den 1970er und 1980er Jahren geführten umfangreichen Gespräche mit 31 Schriftstellern erschienen, 66 Gesprächsstunden mit u.a. Grass, Böll, Koeppen, Enzensberger, Walser, Frisch, Dürrenmatt, Handke, Rühmkorf, Kempowski, Peter Weiss, Jurek Becker, Wolfgang Hildesheimer (Quartino Verlag).
Im Frühjahr 2012 werden Auszüge aus diesen Schriftstellergesprächen im S. Fischer Verlag erscheinen. Im Wallstein Verlag hat Heinz Ludwig Arnold seit 1990 die Reihe »Göttinger Sudelblätter« herausgegeben. Für das Frühjahr 2012 ist bei Wallstein ein Buch mit den »Wilflinger Erinnerungen« geplant, in dem Arnold über seine Zeit als Sekretär von Ernst Jünger schreibt und das auch Briefe Jüngers enthält.
Ende Oktober 2011 wurde Heinz Ludwig Arnold für seine »besonderen Verdienste« um die deutsche Literatur mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet [mehr…]. Außerdem war er Vorsitzender des Beirats der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel und Mitglied im PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.