Der Verlag Das Wunderhorn – so der vollständige Name – wurde am 17.07.1978 von Angelika Andruchowicz, Manfred Metzner und Hans Thill gegründet, denen er noch heute gehört. Andruchowitz ist heute hauptberuflich als Juristin, Thill als Übersetzer tätig, Metzner führt die Verlagsgeschäfte.
Der Verlagsname bezieht sich auf ein Hauptwerk der deutschen Romantik, die Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn. Sie wurde von L. Achim von Arnim und Clemens Brentano im Verlag Mohr und Zimmer in Heidelberg herausgegeben. Der erste Band erschien 1806 (recte 1805), der zweite und dritte Band folgten 1808.
Das Titelmotiv des ersten Bandes – ein reitender Knabe, der ein altdeutsches Trinkhorn über seinem Haupte schwenkt – wurde als Logo für den neu gegründeten Verlag gewählt, der es bis heute als Verlagszeichen führt. Ein Wunderhorn ist im Mythos ein zauberkräftiges Füllhorn, eine Lehnübersetzung des lateinischen Begriffs cornu copiae, der das oft in allegorischen Bildern gezeigte überquellende Horn des Erntesegens bezeichnete. Im ersten Gedicht des ersten Bandes wird von einem Knaben berichtet, der auf schnellem Ross auf der Kaiserin Schloss sprengt. Was er überbringt, „das Horn vom Elefant“, ist aber kein Füllhorn, sondern hat hundert goldene Glocken, die „süßen Schall“ geben, wenn die Kaiserin es anrührt.
Manfred Metzner, der seine Verlagslaufbahn in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre als Herausgeber der Zeitschrift Carlo Sponti startete, hat im Oktober 2002 wesentlich an der Gründung der Kurt-Wolff-Stiftung mitgewirkt. Einer der Geburtshelfer war der damalige Kulturstaatsminister Michael Naumann. Diese Stiftung unabhängiger Verleger wird von der Bundesregierung, dem Börsenverein, dem Freistaat Sachsen und von den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig unterstützt.
Der Überraschungserfolg des Verlags, der sich zum hochauflagigen Dauerseller entwickelte, ist der von Michael Braun herausgegebene Deutschlandfunk-Lyrik-Kalender, die in Kooperation mit der UNESCO herausgegebene Reihe heißt Völker am Wasser. Der Förderung der Literaturgattung Lyrik ist die Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Edenkoben und der Landesregierung von Rheinland-Pfalz gewidmet (Edition Künstlerhaus).







