Ein großer Sprung von Goethe über Heine bis hin zu Google und Open Access. In der ULB Düsseldorf wird er gewagt vom 16. November 2011 bis 8. November 2012 in einer Ausstellung. Sie präsentiert mit Exponaten, Abbildungen und Texten die variantenreiche, komplexe Entstehung des Urheberrechts und die Sozial-, Kultur- und Rechtsgeschichte des geistigen Eigentums seit dem Nachdruckerzeitalter des 18. Jahrhunderts.
Das geistige Eigentum steht auch heute überall auf dem Prüfstand: Google, das Internet, Heil und Unheil der Digitalisierung und Globalisierung zeigen das tagtäglich und nicht immer zur Freude von Autoren und Verlegern. In Verbindung mit dem Düsseldorfer Heine-Institut und Goethemuseum werden – zum Teil erstmals aus öffentlichen und einer privaten Sammlung – seltene Nach- und Raubdrucke gezeigt: Von Nachdrucken Goethes, Schillers, Klopstocks, Wielands, Heines bis hin zu den großen Klassiker-Nachdrucken etwa in Österreich, Württemberg und Baden.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden im 20. Jahrhundert die Raubdrucke der Neuen Linken seit 1967 und die Kontroversen der derzeitigen Debatte. Die Ausstellung wird kuratiert durch Irmtraud und Albrecht Götz von Olenhusen zusammen mit Studierenden eines Projektseminars am Lehrstuhl VII des Instituts für Geschichtswissenschaften der HHU Düsseldorf.
Ein Begleitbuch aus dem Universitätsverlag Düsseldorf dokumentiert in Beiträgen der Herausgeber, von Studierenden und Forschern die Entfaltung des modernen Urheberrechts im Zeitalter Goethes und Heines bis hin zu heutigen Problemen des Urheberrechts zwischen Schutzbedürfnissen und Grenzen des Gemeinwohls.
Die Eröffnungsveranstaltung am 16.November, 18.00 Uhr, wird auch die aktuelle Frage aufwerfen: „Wieviel Zukunft hat die Geschichte des Geistigen Eigentums?“ Anlässlich der Einführung am Mittwoch (Vortragssaal der ULB) sprechen: Dr. Irmgard Siebert, Direktorin der ULB, Dekan Prof. Dr. Bruno Bleckmann und Prof. Dr. Irmtraud Götz von Olenhusen, Institut für Geschichtswissenschaften Lehrstuhl VII Düsseldorf. Den Hauptvortrag hält der Leipziger Kultur- und Sozialhistoriker Prof. Dr. Hannes Siegrist, Leipzig, über „Das Geistiges Eigentum in der Moderne“.