Heute hat sich Umbreit-Chef Thomas Bez mit einem deutlichen Statement an die Branche gewandt: Anlass für ihn sind „zwei Nachrichten aus dem Zwischenbuchhandel“, die die Branche seit den Buchtagen in Berlin bewegen. Damals war bekannt geworden, dass KNO/KNV Verlagsauslieferung und Barsortiment in einem Logistikzentrum (wohl bei Erfurt) zusammenlegen werden. Und die zweite, noch gravierendere: Dass KNO/KNV-Mitghesellschafter Oliver Voerster deutlich sagt, dass künftig eigentlich nur noch Platz für zwei Zwischenbuchhändler sei.
Hier das Statement im Wortlaut:
Kurz vor der Buchmesse gab das Barsortiment Könemann bekannt, dass es die Zusammenarbeit mit LIBRI so intensivieren werde, dass in Hagen nur noch ein Vertriebsbüro übrig bleiben wird. In einer Stellungnahme dazu hat Herr Voerster seine Prognose „präzisiert“: 4 + 2 Zwischenbuchhändler werden überleben, so dass man sich an den Fingern abzählen kann, wer dies sein sollte und wer nicht.
Ob seine Prophezeiung so in Erfüllung gehen wird, wie jetzt manche vermuten, wird sich zeigen. Der Markt besteht nicht nur aus dem Angebot, sondern zuerst aus der Nachfrage. Die Nachfrage, d. h. die Buchhandlungen haben es in der Hand, bei welchem Barsortiment sie bestellen, und die Verlage entscheiden darüber, welche Auslieferung für ihr Programm in Frage kommt. Damit entscheiden sowohl Buchhandlungen als auch Verlage darüber, ob die Konzentration im Zwischenbuchhandel in einem Oligopol (bei den Verlagsauslieferungen) oder einem Duopol (bei den Barsortimenten) endet.
Seit 20 Jahren ist Umbreit das dritte bundesweite Barsortiment, also kein „kleines“ (regionales) Barsortiment mehr, und ebenso leistungsfähig wie die beiden anderen Barsortimente. Unsere Verlagsauslieferung wächst weiter. Nicht nur mit UmbreitDigital und der Diversifikation (NonBooks), sondern auch mit zahlreichen weiteren Dienstleistungen stellen wir uns den Herausforderungen der Zukunft. Im Herbst nächsten Jahres feiern wir das 100-jährige Jubiläum. Nicht viele Zwischenbuchhändler können auf eine ähnlich lange Geschichte zurückblicken.
Die Konzentration im Zwischenbuchhandel ist (auch) eine Folge ausufernden Konditionenwettbewerbs, der die Rationalisierung um jeden Preis erzwingt und am Ende zu Lasten der Beschäftigten ausgeht. Wie das funktioniert, sehen wir in vielen anderen Branchen: Am Ende steht die Einfalt statt der Vielfalt, die die buchhändlerische Landschaft bisher interessant gemacht hat. Alle Partner des Zwischenbuchhandels haben es (noch) in der Hand, ob sie es so weit kommen lassen. Wir werden jedenfalls um die Vielfalt kämpfen und alles unternehmen, dass wir uns am Markt behaupten.
Thomas Bez






