
Ein schöner Spätsommerabend gestern in Berlin. Im Palais und im Hof der Kulturbrauerei feierte Kiepenheuer & Witsch das 60-jährige Bestehen des Verlags und sorgte schon zwei Wochen vor der Frankfurter Buchmesse für beste Messestimmung.
In Frankfurt gebe es eine Massierung von Parties, sagte Verleger Helge Malchow in seiner Begrüßung. Davon wollte sich der Verlag abheben. Mehr als 600 Personen standen auf der Gästeliste, darunter zahlreiche Autoren, Verlagskollegen, Buchhändler, Agenten und Journalisten aus nah und fern. Und warum feierte der Kölner Traditionsverlag sein Jubiläum in Berlin? Verleger Helge Malchow nannte zunächst logistische Gründe, denn die meisten Autoren und auch viele der eingeladenen Journalisten leben in Berlin. Ein weiterer Grund sei der Verlag Galiani Berlin, der seit knapp drei Jahren zu Kiepenheuer & Witsch gehört. „Und wir sind sehr froh darüber“, so Malchow, nach Joseph Caspar Witsch und Reinhold Neven DuMont der dritte Verleger in der 60-jährigen Geschichte des Hauses.

Als Ehrengast begrüßte Malchow seinen Vorgänger Reinhold Neven DuMont und hob aus der großen Zahl der Autoren die Alterspräsidenten Dieter Wellershoff (der nicht angereist war) und Ralph Giordano hervor. Im anschließenden Gespräch mit Jörg Thadeusz war Helge Malchow bester Dinge und voller Pläne. Das Publikum erfuhr, dass er von einem Buch über seine 20 Lieblingstitel des Programms träumt, und dass E-Books das Zeug dazu haben, P-Books noch attraktiver zu machen.
Ein Höhepunkt des Abends war eine berührende Rede von Ralph Giordano, für die ihm das Publikum stehend applaudierte. Später am Abend sorgten Toni Mahoni, Musiker und Galiani-Autor (Gebratene Störche), und DJ Hans Nieswandt für Stimmung. Die verträumte Atmosphäre in der Kulturbrauerei gab dem Fest einen entspannten Rahmen und auch tief in der Nacht blieben dicke Jacken und Schals an der Garderobe.
ML (Text & Fotos, weitere Fotos von Stephan Wirges)







