Aus 132 Titeln wählte die Jury in diesem Jahr Kirsten Boies Roman Ringel, Rangel, Rosen, erschienen 2010 im Verlag Friedrich Oetinger, für den „Gustav-Heinmann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher“ aus.
Die Preisverleihung findet am 19. September um 16.00 Uhr in der Zentralbibliothek in Essen statt. Die Auszeichnung wird von Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, überreicht und ist mit 7.500 Euro dotiert.
Das Hörbuch Ringel, Rangel, Rosen, gelesen von Ursula Illert, ist soeben bei Oetinger audio erschienen.
In der Begründung der Jury heißt es: „Die Geschichte erzählt von Karin in der Deutschen Nachkriegszeit. Plötzlich erscheinen ihr die Eltern in einem völlig anderen Licht: Was tun, wenn man aufgrund alter Fotos die Vermutung nicht los wird, dass der Vater als Wehrmachtssoldat Menschen erschossen hat? Und die Eltern vorgeben, nichts gewusst zu haben, von Konzentrationslagern, Judenverfolgung und Naziverbrechen!
Das Buch zeichnet ein eindrucksvolles Bild von den Traumata einer ganzen Generation nach dem Krieg. Es ist das Thema einer jungen Generation, die gegen das Vergessen ankämpft.
Die Stärke der Geschichte liegt auch darin, dass Karin nicht verurteilt, sondern überlegt: Wie hätte sie reagiert? Kann man verstehen, warum die Eltern etwas getan oder unterlassen haben? Darf man verzeihen? Und heilt die Zeit alle Wunden? Gerade unter diesen inhaltlichen, Generationen übergreifenden Aspekten ist die Geschichte preiswürdig. Sie spiegelt diese Epoche auch sprachlich exzellent wieder.“
Der Preis wird seit 1983 jährlich verliehen. den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Eine unabhängige Jury kürt die Preisträger.