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Frankfurter Goethe-Museum in neuem Glanz

Petra Maisak im Goethe-Museum

Pünktlich zum 262. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes wird am 28. August das Frankfurter Goethe-Museum wiedereröffnet. Mehr als ein Jahr blieb das Haus für die Öffentlichkeit geschlossen, die 14 Räume wurden saniert und bieten nun – neu geordnet, ergänzt und bereichert – eine einzigartige Gemäldesammlung der Goethezeit.

„Das Haus ist kein Literaturmuseum, sondern ermöglicht einen außergewöhnlichen Blick auf Goethes Zeitgenossen. Zu vielen der hier gezeigten Künstler hatte der Dichter persönliche Kontakte. Das Museum schlägt so eine Brücke zwischen Kunst und Literatur“, erläutert Dr. Petra Maisak, Leiterin des Museums direkt neben dem Goethe-Haus im Großen Hirschgraben.

Chronologisch angeordnet, erlauben die Gemälde eine Zeitreise durch Goethes Leben. Im ersten Raum trifft der Besucher auf das „Morgenstern’sche Miniaturcabinet“. Goethe bezeichnete es 1814 als „Hausaltar der Kunst“. Im zweiten Raum befinden sich Gemälde von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. und Christian Georg Schütz d. Ä., der dritte Raum ist ganz Johann Heinrich Füssli gewidmet; herausragend dabei das Nachtmahr. Anton Graff steht im Mittelpunkt des vierten Raums, im fünften Raum begleiten wir Goethe nach Weimar, sehen Herzog Carl August ziemlich modern, weil ohne Perücke, begegnen Charlotte von Stein, so wird beim Bild Je suis C. vermutet.

Italienisch erscheint das sechste Zimmer, hier kann der Besucher nicht nur die große Juno-Büste bewundern, sondern auch das Bildnis einer jungen Frau von Angelica Kauffmann, die Goethe in Rom kennenlernte.

Arcadien leuchtet durch Jacob Philipp Hackerts ideale Landschaften im siebten Raum, überrascht wird der Besucher im achten Raum: gleich doppelt sieht er Goethe in der römischen Campagne; das eine Gemälde von Heinrich Wilhelm Tischbein sowie die Kopie von Karl Bennert. Dieses „Gipfeltreffen“ ist allerdings nur bis November zu bewundern, dann geht der Tischbein zurück ins Städel.

Im Weitergehen trifft der Besucher auf das älteste Gemälde des Museums; Johann Joseph Schmellers Goethe-Porträt. „Das war der Grundstock für unsere Sammlung“, erläutert Petra Maisak, die fast zu jedem Bild Anekdoten zu erzählen weiß und interessante literarische sowie zeitgeschichtliche Hintergründe beleuchtet.

Johann Gottfried Herder ist der folgende Raum gewidmet, im elften Salon trifft der Gast auf die Familie Brentano. Außergewöhnlich – natürlich neben den Bildern von Caspar David Friedrich – die drei Gemälde seines Schülers Carl Gustav Carus’ im nächsten Raum. Die Romantik und ihre Vertreter haben auch im vorletzten Raum beispielsweise mit Georg August WallisHeidelberger Schloss Platz gefunden, ehe im letzten Raum der Rundgang mit Skulpturen und Entwürfe zu Goethe-Denkmalen abgeschlossen wird.

Es ist nicht nur die Auswahl der 495 Gemälde, die den Besucher beeindruckt und in ihren Bann zieht, sondern auch die Präsentation. Eine an historische Vorbilder angelehnte Farbauswahl für die Wände, die sensible Beleuchtung, Möbel, die in den einzelnen Räumen weitere, stimmungsvolle Akzente setzen, die Atmosphäre unterstreichen und nicht stören, behutsam verkleidete Fenster machen das Haus zu einem Kleinod, das sich in der deutschen Museumslandschaft absolut nicht verstecken muss.

Im opulenten Katalog Frankfurter Goethe-Museum. Die Gemälde von Petra Maisak und Gerhard Kölsch werden nicht nur alle Exponate dargestellt, sondern ergänzende Essays und Biografien zu den einzelnen Künstlern erlauben dem Leser einen grundlegenden Einblick in die Zeit Goethes, sein Leben und seine Denkweise – und nicht zuletzt wird so Goethes Werk auf ganz besondere Weise nachvollziehbar.

Der Katalog erscheint im Eigenverlag des Freien Deutschen Hochstifts und kann bis zum 20. September zum Subskriptionspreis von 59 Euro bestellt werden.

JF

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