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Matti Schüsseler zur Vertriebskooperation mit dem dtv

Auch der Schweizer Verlag Orell Füssli hat jetzt eine Vertriebskooperation mit dem dtv verabredet.

Warum es zu dieser Kooperation kam [mehr…] und welchen Sinn sie haben soll – das war Anlass für Fragen an Dr. Matti Schüsseler (Foto), dem Geschäftsführer der Orell Füssli Verlage:

Orell Füssli wirkt aus deutscher Sicht ziemlich schweizerisch und ziemlich unübersichtlich. Kann eine Vertriebskooperation daran etwas ändern?

Dr. Matti Schüsseler: Orell Füssli ist eine Verlagsgruppe, die auf vier Säulen ruht:

Dr. Matti Schüsseler

Sachbuch, Kinderbuch, Lehrmittel und Juristische Medien. Die beiden letzteren bearbeiten ausschliesslich den Schweizer Markt, wo sie eine stabile Position innehaben. Die Kooperation wurde aber für die beiden anderen Säulen geschlossen: Kinderbuch und Sachbuch.

Zwei Wachstumsfelder….

Ja, genau. Diese beide Segmente verzeichnen heute im Buchmarkt insgesamt ein Wachstum, während viele andere Themenfelder unter Druck sind. Orell Füssli ist also inhaltlich hervorragend positioniert für den Buchmarkt in Deutschland und Österreich. Die Spezialisierung auf beide Felder mit zwei unabhängigen vertrieblichen Strukturen, wie sie dtv jetzt initiiert hat, passt ideal zu unseren strategischen Zielen.

Kann das funktionieren – mit einem Schweizer Sachbuchprogramm in Deutschland wachsen zu wollen?

Ich bitte Sie. Aus deutscher Sicht wird die Schweiz ja gerne darauf reduziert, ein kleines, wenn auch reiches Nachbarland zu sein, das ausgeprägte und bisweilen befremdliche Eigenheiten hat. Abgesehen davon, dass auch Eigenheiten für ein Verlagsprofil wichtig sein können: Die meisten der wichtigen und aktuellen Sachbuchthemen: Weltwirtschaftssystem, Atomenergie, Glaubenskriege, psychologische Fragen und viele andere mehr – sie haben in der globalisierten Welt immer weniger regionale Spezifik. Und für manche Bereiche – man denke etwa ans Bankenwesen – wird man einem Schweizer Verlagshaus sogar eine besondere Kompetenz zutrauen.

Besteht nicht die Gefahr, mit einem kleineren Bilderbuch-Verlagsprogramm in einem grossen Verlagspool unterzugehen?

Gute Bücher werden nicht untergehen – und wir sind von unserem Verlagsprogramm überzeugt.

So recht weiß hier keiner in Deutschland, wer dazu gehört.

Das kann sich ja ändern. Atlantis etwa ist über die Jahre zu einer Sammlung von Kinderbuch-Edelsteinen geworden; die Barbapapa-Familie ist seit vielen Jahren Kult; selbst die Traditionsreihen Globi und Papa Moll haben in ihrem unnachahmlichen Retro-Stil weiterhin Potenzial. Wir unterstützen einige unserer Characters übrigens auch durch Merchandising-Aktivitäten und demnächst sogar durch eine „Game-Plattform“ für Kinder im Internet – mit Globi.

Der Markt wird immer enger…
… Die Konkurrenz mit den anderen Verlagen soll auch unser Geschäft eher noch beleben. Und durch die künftige engere Nachbarschaft mit anderen Verlagen wird natürlich auch auf allen Seiten die Phantasie angeregt, wenn es darum geht, neue Programm zu machen.

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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