Laut war der Jubel zur Leipziger Buchmesse, als klar war, daß es in der Schweiz keine parlamentarische Hürde mehr gibt, die die Wiedereinführung der Preisbindung behindern könnte.
Das Menetekel „Volksabstimmung“ hat keiner so recht ernst genommen. Nun aber sieht es so aus, als bekämen die Preisbindungsgegner die erforderlichen 50.000 Stimmen für ein Referendum zusammen. buchmarkt.de sprach mit SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf.

Die Preisbindungsgegner in der Schweiz haben – wie zu hören ist – genug Stimmen zusammenbekommen; nun wird es ein Referendum geben. Kommt jetzt die nächste Zitterpartie?
Dani Landolf Zu einer Referendumsabstimmung kommt es, wenn die 50.000 Namen von offizieller Stelle beglaubigt sind. Das steht noch aus. Wir gehen jedoch auch davon aus, dass es 2012 zu einer Volksabstimmung kommen wird, und das wird für uns mit Sicherheit keine einfache Angelegenheit.
Was genau heißt das nun genau? Was werden die nächsten Schritte sein?
Seit der Referendums-Ankündigung haben wir uns auf das Szenario Volksabstimmung eingestellt und bereiten uns entsprechend vor. So ein nationaler Abstimmungskampf ist ja noch einmal eine ganz andere Geschichte als das Lobbying im Parlament, personell und finanziell eine viel, viel größere Kiste – und unser Verband hat keine Erfahrungen damit. Wir müssen also unsere Kampagnenorganisation von Grund auf aufbauen und Geld für den Abstimmungskampf suchen.
Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, wenn er noch nicht erlegt ist. Aber vielleicht ist in diesem Fall doch eine Prognose möglich: Können die Preisbindungsgegner sich durchsetzen oder nicht?
Wenn wir nicht an unsere Chance glauben würden, bräuchten wir gar nicht erst in den Abstimmungskampf zu ziehen. Aber klar ist: Gegen die Migros-Millionen und das populistische Rabatt-Argument anzukommen wird sicher nicht leicht.