
Der Schriftsteller Hans Keilson ist tot. Er starb gestern im Alter von 101 Jahren in einem Krankenhaus im niederländischen Hilversum. 1933 galt er als eines der hoffnungsvollsten Talente des S. Fischer Verlags. 1933 veröffentlichte Keilsohn seinen ersten Roman Das Leben geht weiter und lernte den Verlagsgründer Samuel Fischer noch persönlich kennen.
Er erhielt im November 2008 den WELT-Literaturpreis. Seinen 100. Geburtstag feierte Hans Keilson am 12. Dezember 2009. Im Jahr 2005 erschien bei S. Fischer eine zweibändigen Werkausgabe. Hans Keilson war der letzte jüdische Autor, der vor der Emigration bei S. Fischer debütierte. 1936 emigrierte Keilson in die Niederlande, ging in den antifaschisten Untergrund, schrieb weiter, arbeitete nach dem Krieg als Arzt und Psychoanalytiker in den Niederlanden. Als Psychoanalytiker behandelte er vornehmlich jüdische Waisen, deren Eltern im Holocaust umgekommen waren. Seine wissenschaftlichen Aufzeichnungen über die Traumatisierung sind Standardwerke.
Im vergangenen Jahren wurde Keilsohn als einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Erzähler auch in den USA entdeckt. „Inzwischen wird Keilson von der gesamten amerikanischen Presse entdeckt und gefeiert“, so S. Fischer-Pressechef Martin Spieles, „man kann durchaus von einem Keilson-Hype in den Staaten reden.“
Gerade eben bei S. Fischer erschienen seine Erinnerungen Da steht mein Haus (damit steht er aktuell auch auf der SWR-Bestenliste) und der Essayband Kein Plädoyer für eine Luftschaukel – beide Bände hat der Autor noch in den Händen gehalten.