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Berliner Bücherinseln eröffnet

Mit einer Gesprächsrunde zum Thema „Wie entstehen Bücher“ wurden gestern Abend die 3. Berliner Bücherinseln in der Staatsbibliothek eröffnet. Ulrike Nickel (Foto), Inhaberin der Agentur kulturkind und Initiatorin der Berliner Bücherinseln, freute sich über einen voll besetzten Saal.

Kinder entdecken Bücher lautet das Motto ihres Kinderliteraturprojekts, das sie vor zwei Jahren aus der Taufe hob. Das Programm läuft bis zum 24. Juni. In fast 40 Veranstaltungen lernen Grundschulkinder die Welt des Büchermachens kennen. 26 Autoren, Übersetzer und Illustratoren sind in Schulen, Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlagen und Druckereien zu erleben. Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem Anja Tuckermann, Milena Baisch, Marjaleena Lembcke, Silke Lambeck, Aljoscha Blau, Isabel Pin, Klaus Ensikat, Jutta Bauer und Jutta Richter.

Gut vorbereitete Klassen und Lehrer seien bei den Veranstaltungen der Bücherinseln nicht die Ausnahme, sondern die Regel, lobte Ute Krause in ihrem Grußwort. Die Autorin und Illustratorin hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen. „Man ist nicht nur die Lesetante oder der Leseonkel, der zufällig aus seinem eigenen Buch vorliest“, sagte sie. Stattdessen werde an jeder Station darüber geplaudert, wie das nun alles genau funktioniert und warum es Spaß macht, Bücher nicht nur zu lesen, sondern auch zu erfinden.

Leidenschaftlich trat Ute Krause gegen die allgemeine Verflachung ein und sprach von „gewaltigen tektonische Verschiebungen, die die Verlagslandschaft verformt haben“. Auch die Macht der Buchhandelsketten bedrohe die Literatur, sagte sie. Es gehe darum, das junge Publikum auch mit Büchern bekannt zu machen, die in den großen Ketten nicht zu finden sind. Daher sei eine Stärkung des Besonderen, wie sie die Bücherinseln leisten, so wichtig. „Sie sind Inseln im Meer des Marketings und des Trends“, so Ute Krause.

Burkhard Spinnen, der mit weiteren Mitwirkenden der diesjährigen Bücherinseln – Tobias Scheffel, Marjolijn Hof, Sybille Hein und Sabine Ludwig – darüber diskutierte, wie Bücher entstehen, plädierte dafür, die Arbeit der Deutschlehrer stärker zu honorieren. Es sei deren größte Aufgabe, das natürliche Interesse an Literatur wachzuhalten. Spinnen sprach aus Erfahrung. Er liest seit 11 Jahren in Schulen. Davon erzählt er auch in „Auswärtslesen“ (Residenz Verlag), ein Titel der gestern Abend auch am Büchertisch der Buchhandlung mundo azul zu haben war.

Zu den Bücherinseln 2011 ist der zweite Band der Reihe Wie entstehen Bücher? Experten schreiben für Kinder erschienen. Mitgewirkt haben Ute Krause, Jutta Richter, Alexa Hennig von Lange, Heike Clemens, Tobias Scheffel, Jennifer Elfert, Harald Weiß und Benjamin Scheffler. Herausgeber ist die Agentur kulturkind. Die Bücher können zum Preis von 3 Euro (Band I) bzw. 4,50 Euro (Band II) bestellt werden unter info@kulturkind-berlin.de.

Informationen und Programm der Bücherinseln unter: www.berliner-buecherinseln.de

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