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Gestern großes Medieninteresse bei der Vorstellung der Guttenberg-Biografie, heute sein Rücktritt

Timing? Prophetisch? Der Ballsaal des Adlon Hotels in Berlin war gestern Abend gut besucht, als der Droemer Verlag die Biografie Guttenberg vorstellte. Die FAZ-Journalisten Eckart Lohse und Markus Wehner (Foto, v. r.) beleuchten in dem Buch, das ab heute im Handel ist, das Phänomen Karl-Theodor zu Guttenberg, der heute zurückgetreten ist.

Rund ein Jahr lang haben die beiden an dem Buch gearbeitet. Die Aberkennung des Doktortitels von Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg konnten sie allerdings nicht berücksichtigen. Am Tag, als die Plagiatsvorwürfe bekannt wurden, kam das Buch gerade aus der Druckerei. Dennoch entwerte die aktuelle Entwicklung ihre Arbeit nicht, sind die Autoren überzeugt. Vielmehr sage ihre Biografie viel über die Person des Bundesverteidigungsministers.

Ein fundiertes Buch, das auch jenseits der Tagesaktualität Bestand hat, kündigte denn auch Verleger Hans-Peter Übleis an. Die Leser erwarte „Journalismus vom Feinsten“, denn beide Autoren seien alte Hasen und promovierte (!) Historiker. Die erste und zweite Auflage von 33.000 Exemplaren sind ausgeliefert. Eigentlich hätte Horst Seehofer die Laudatio halten sollen, doch der bayerische Ministerpräsident hatte seinen Auftritt in Berlin schon vor Tagen abgesagt [mehr…].

Man habe in dem Buch „Fährten gelegt“, die zu Guttenbergs Verhalten in der Affäre um seinen Doktortitel weniger überraschend machen, so Markus Wehner. Zu Guttenberg sei in dem Bewusstsein aufgewachsen, Elite zu sein. Mit seinem glanzvollen Auftritt wollte er von Anfang diesem Anspruch gerecht werden. Er habe in jedem Bereich Vorbild sein wollen, und habe auch an der einen oder anderen Stelle seinen Lebenslauf frisiert. Die beiden Autoren haben nach eigenem Bekunden versucht, zu Guttenberg gerecht zu werden, kritisch, aber mit dem Anspruch der Fairness.

Verleger Übleis bringt es so auf den Punkt: Wer wissen will, wie Karl Theodor zu Guttenberg tickt, sollte die Biografie lesen.

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