
Till Zander und Gerd Wagner
Es ging hoch her beim 2. Azubi-Tag der Bücherbörse in Oberhausen. Sie lud gemeinsam mit dem Landesverband NRW am Börsensonntag wieder die Auszubildenden der Branche ein, die Arbeit der Verlagsvertreter kennenzulernen und in ein Seminar über Branchenrelevantes zu diskutieren.
„Alles außer Bücher – Brauchen Bücher Unterstützung oder ist dieser andere Kram überflüssig?“ lautete das Motto, unter dem Gabriele Swiderski (Jumbo Neue Medien & Verlag) und Till Zander (moses. Verlag) moderiert von Gerd Wagner (freies Verlagsbüro und Bücherbörsenorganisator) ihre Verlagsprogramme vorstellten.
Spinne rein, Deckel zu – so begann die Erfolgsgeschichte des Nonbook-Programm des Moses Verlag – nämlich mit einem Lupengläschen zur Insektenbeobachtung. Heute umfasst das Programm rund 1200 Artikel, aus den verschiedensten Themenwelten für groß und klein, wie z.B. Dinosaurier, Pferde, Librix, Küchenwunder und Pocket Quiz.
Um eher technische Dinge, wie Rauschen, Knistern und Schmatzen, um den pädagogischen und künstlerischen Mehrwert geht es bei der Bewertung von Hörbüchern aus dem Jumbo-Programm. Der rote Elefant weiß jedenfalls, wie es sein muss – er gilt unter den Buchhändlern als zuverlässiges Qualitätskriterium.
Aber sind die Dinge, Nonbook, Hörbuch, Kalender usw., im Buchhandel überhaupt beliebt? Da spalteten sich die Meinungen der 80 teilnehmenden Auszubildenden. Die einen verstehen sich als Literaturhändler, möchten mit ihren Kunden über Neuerscheinungen, Klassiker, eben Inhalte sprechen und nicht etwa über Frösche, die sich in Traumprinzen verwandeln, Olivenöl oder Radiergummis. Die anderen sehen den wirtschaftlichen Aspekt, verstehen Nonbooks als willkommenen Zusatzerwerb, über den sich so manches Defizit auffangen lässt (auf Verlags- wie auf Buchhandelsseite).
Um einen Konsens zu formulieren: Einig war man sich letztlich darüber, dass das Angebot einer Buchhandlung zur Zielgruppe passen muss und das ursprüngliche Profil des Buchhandels nicht verwässern darf.
Nach dem Seminar lud die Bücherbörse noch zur Lesung mit Frank Schulz, der aus seinem unveröffentlichten Roman, der im Herbst 2011 bei Galiani erscheint, vortrug; und zum abschließenden gemeinsamen Büfett.
Gerd Wagner, Christian Bräunlich und Benedikt Geulen sind zufrieden mit dem Azubi-Tag: „Dass wir soviel Nachwuchs erreichen konnten, freut uns sehr. Enorm, wie sich die jungen Leute auch noch in ihrer Freizeit engagieren.“ „Schön wäre, wenn das Nachwuchsnetzwerk Nachdruck.NRW auch einen solchen Zuspruch hätte,“ wünscht sich Anja Bergmann vom Landesverband NRW.
Die Bücherbörse schließt insgesamt sehr erfolgreich, an den drei Tagen vom 30. Januar bis 1. Februar konnte sie ein Plus von 10% an Besuchern aus dem Sortiment verzeichnen. Ein gutes Vorzeichen für die Börse am 13. und 14. Februar in Bad Salzuflen.







